NASDAQ 100: Zinsangst bremst KI-Rally

Ölpreisanstieg und Metas KI-Budget belasten Technologiewerte; der Index verlor seit seinem jüngsten Hoch knapp sieben Prozent.

Die Kernpunkte:
  • NASDAQ 100 zeitweise drei Prozent schwächer
  • Meta-Aktie verlor 7,5 Prozent
  • Spotify gewann fast elf Prozent
  • Zehnjährige US-Rendite sank unter fünf Prozent

Die KI-Rally an der Nasdaq steht auf dem Prüfstand. Steigende Ölpreise, höhere Zinsen und ein Investitionsplan von Meta, der bei Anlegern durchfiel, drücken den Index auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Seit dem Rekordhoch vor gut zwei Wochen summiert sich das Minus auf knapp 7 Prozent.

Öl und Meta lösen den Rücksetzer aus

Am Donnerstag fiel der NASDAQ 100 zeitweise um 3 Prozent und rutschte unter die Marke von 29.000 Punkten. Zum Handelsende stand ein Abschlag von 2,9 Prozent zu Buche. Die Erholung vom Vortag war damit schnell vorbei.

Ein Drohnenangriff auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien trieb den Ölpreis nach oben. Das schürt Inflationssorgen und damit die Angst vor weiter hohen Zinsen, was teuer bewertete Technologiewerte besonders belastet. Hinzu kamen die Pläne von Meta, die KI-Ausgaben weiter aufzustocken. Allein in diesem Jahr fließen mindestens 135 Milliarden Dollar in die Infrastruktur. Die Aktie verlor 7,5 Prozent.

Marktteilnehmer lesen darin eine klare Botschaft. Der Markt belohnt hohe KI-Investitionen weiterhin, verlangt aber zunehmend Belege für Monetarisierung und Gewinne. Zudem wächst die Sorge, dass die Techkonzerne für den Ausbau noch mehr Anleihen in einem bereits gesättigten Markt platzieren.

Einzelwerte mit deutlichen Ausschlägen

Der Chipzulieferer Lam Research gab nach Zahlen um 11 Prozent nach. Tesla verlor 2,2 Prozent, obwohl die Resultate nach Einschätzung von JPMorgan insgesamt erfreulich ausfielen. Kurzfristig seien steigende Betriebskosten und höhere Investitionen zu erwarten. Spotify sprang dagegen um fast 11 Prozent, getragen von mehr zahlenden und werbefinanzierten Abonnenten.

Der Dow Jones hielt sich mit einem Minus von 0,25 Prozent deutlich besser. Der S&P 500 gab um 1,45 Prozent nach.

Anleihemarkt sendet Warnsignal

Auffällig ist die Reaktion am Rentenmarkt. Anleger flüchteten in US-Staatsanleihen, die Rendite zehnjähriger Papiere fiel trotz des Ölpreisanstiegs wieder unter 5 Prozent. Die Commerzbank deutet das so, dass über Nacht die Wachstumssorgen schwerer wogen als die Inflationsängste.

Im ETF-Handel zeigt sich der Stimmungswechsel ebenfalls. Händler berichten von einem Verkaufsüberhang bei Tech-ETFs und teils starken Abflüssen aus Halbleiter-Produkten. Gefragt sind dagegen breit gestreute Welt-ETFs, die weniger stark gefallen sind als der Nasdaq-Index.

Europas Tech-Werte zeigten sich vorbörslich robust, Infineon lag auf Tradegate 1,2 Prozent im Plus. Der Dax-Start dürfte dennoch verhalten ausfallen. Für den NASDAQ 100 bleibt die Marke von 29.000 Punkten die erste Orientierung: Gelingt der Sprung zurück darüber nicht, rückt die Septembermarke als Unterstützung in den Blick.

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