NASDAQ 100: Zinsen fressen die Gewinne?
Der Index verlor 2,2 Prozent, während Anleger KI-Ausgaben, Finanzierungskosten und anhaltenden Inflationsdruck neu bewerteten.

- Nasdaq-100 gab am Freitag nach
- Anleger hinterfragen die Rentabilität von KI-Ausgaben
- Inflation schürt Sorgen vor höheren Zinsen
- Fed-Chef Warsh ließ Zinskurs offen
Der Nasdaq-100 gab am Freitag im Sog des breiten Technologieausverkaufs um 2,2% nach. Anleger zweifelten an der Tragfähigkeit der hohen Investitionen in künstliche Intelligenz. Zugleich verstärkte die Sorge vor höheren Zinsen den Druck. Damit rückte eine Frage in den Mittelpunkt: Können künftige KI-Erlöse die hohen Ausgaben und Finanzierungskosten rechtfertigen?
KI-Ausgaben müssen sich wirtschaftlich tragen
Reuters berichtete über wachsende Bedenken gegenüber schuldenfinanzierten KI-Investitionen. Dabei geht es nicht allein um die Nachfrage nach zusätzlicher Rechenleistung. Anleger hinterfragen auch, ob stark verschuldete Unternehmen der KI-Infrastruktur ausreichend verdienen können, um ihre Kredite bei steigenden Zinsen zu bedienen.
Diese Unsicherheit erfasste auch Halbleiterwerte im Nasdaq-100. Medienberichten zufolge gerieten unter anderem Micron Technology und Intel am Freitag unter Verkaufsdruck. Der Rückgang des Index stand damit im Umfeld einer breiten Neubewertung des KI-Geschäfts und nicht im Zeichen einer einzelnen Unternehmensmeldung.
Ein vorsichtiger Ausblick von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company verstärkte die Zweifel. Reuters zufolge verwies das Unternehmen am Donnerstag bei seinem Ausblick für 2027 auf gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten. Gleichzeitig hatte es zum sechsten Mal in Folge einen Rekordquartalsgewinn gemeldet.
Der Gegensatz ist für Anleger entscheidend: Starke Geschäftsergebnisse beseitigten die Sorgen über die künftige Entwicklung der KI-Investitionen nicht. Die Aufmerksamkeit verlagerte sich von bisherigen Erfolgen auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit des weiteren Ausbaus.
Inflation verschärft die Finanzierungsfrage
Die am Mittwoch veröffentlichten US-Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 0,6%. Im Jahresvergleich betrug der Anstieg 3,7%. Medienberichten zufolge verstärkten die Zahlen die Erwartung weiterer Zinserhöhungen und belasteten zinssensitive Technologiewerte.
Damit greifen die Belastungen ineinander. Zweifel an späteren KI-Einnahmen treffen auf die Sorge vor teureren Krediten. Reuters stellte diesen Zusammenhang zwischen Zinsängsten und dem Druck auf KI-bezogene Technologieaktien ausdrücklich heraus.
Auch die am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreise signalisierten anhaltenden Preisdruck. Die Preise für die Endnachfrage erhöhten sich im September um 1,3%. Gegenüber dem Vorjahr lag der Zuwachs bei 6,3%.
Die Federal Reserve lässt den Kurs offen
Fed-Chef Kevin Warsh legte sich am Freitag weder für die Zinsentscheidung im Oktober noch für Dezember fest. Er wollte den kommenden Sitzungen nicht vorgreifen. Medienberichten zufolge könnte die hartnäckige Inflation eine weitere Zinserhöhung auslösen.
Für den Nasdaq-100 bleibt damit die Verbindung aus KI-Rentabilität und Geldpolitik maßgeblich. Der Verkaufsdruck zeigt, dass Anleger hohe Investitionsausgaben nicht losgelöst von deren Finanzierung beurteilen. Eine klare geldpolitische Entlastung zeichnete sich aus Warshs Aussagen nicht ab.
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