NASDAQ 100: Zinssorgen gelüftet?
Schwächere Beschäftigungszahlen mindern den Zinsdruck und stützen Technologiewerte; Moderna wird am 9. Oktober in den Index aufgenommen.

- US-Arbeitsmarkt schafft 29.000 Stellen
- NASDAQ 100 gewinnt 0,9 Prozent
- Nvidia erreicht zeitweise einen Rekordstand
- Moderna kommt am 9. Oktober hinzu
Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten haben den Zinssorgen an den New Yorker Aktienmärkten die Schärfe genommen und dem technologielastigen Leitindex neuen Auftrieb verliehen. Am Freitag stieg der NASDAQ 100 um 0,9 % auf einen Schlussstand von 30.779,33 Zählern. Damit notiert das Börsenbarometer 0,8 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Abkühlung am US-Arbeitsmarkt
Auslöser der Aufwärtsbewegung war der monatliche Bericht des US-Arbeitsministeriums. Den Angaben der Behörde zufolge entstanden im September außerhalb der Landwirtschaft 29.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem deutlich höheren Zuwachs gerechnet. Zugleich wurden die Daten für Juli und August zusammen um 60.000 Stellen nach unten korrigiert, während die Arbeitslosenquote bei 4,2 % lag.
Die spürbare Abkühlung am Arbeitsmarkt dämpfte an den Märkten die Sorge vor anhaltendem Inflationsdruck. Gary Schlossberg, Stratege beim Wells Fargo Investment Institute, erklärte gegenüber Reuters, der schwächere Bericht verringere eindeutig das Risiko einer Zinsanhebung im Oktober. Der Fokus des Hauses bleibe auf die spätere Dezembersitzung gerichtet.
Zuvor hatten vor allem die gestiegenen Renditen der US-Staatsanleihen die Aktienmärkte unter Druck gesetzt. Mit den schwächeren Beschäftigungsdaten ließ dieser Renditedruck spürbar nach, was zinsreagiblen Wachstumswerten unmittelbar Rückenwind gab.
Halbleiter und Megacaps führen Erholung an
Angeführt wurde die Erholung von Schwergewichten aus dem Halbleiter- und Technologiesektor. Laut Reuters legten die Papiere von Tesla am Freitag um 5,5 % zu, während SpaceX einen Zuwachs von 6,2 % verbuchte. Die Aktie des Chipherstellers Nvidia erklomm zeitweise einen Rekordstand und ging mit einem Plus von 1,9 % aus dem Handel. Auch Oracle verzeichnete Kursgewinne.
Indexumbau und kommende Termine
Neben den makroökonomischen Impulsen steht im NASDAQ 100 eine Indexanpassung bevor. Wie die Börse ankündigte, wird das Biotechnologieunternehmen Moderna vor Handelsbeginn am 9. Oktober in das Barometer aufgenommen. Im Gegenzug muss der Medienkonzern Warner Bros. Discovery seinen Platz im Index räumen.
Für die weiteren Zinsaussichten blicken Anleger auf die nächsten Veröffentlichungen. Am 14. Oktober gibt das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise für September bekannt. Die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve steht am 27. und 28. Oktober auf der Agenda.
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