Navitas Aktie: Wolfspeed-Klage belastet

Patentklage von Wolfspeed und Insiderverkäufe lassen Navitas-Aktie um 30 Prozent einbrechen. Analysten sehen Risiken.

Die Kernpunkte:
  • Patentklage von Wolfspeed erschüttert Navitas
  • Aktie verliert 30 Prozent in einem Monat
  • Insider verkaufen fast vier Millionen Aktien
  • Umsatz bricht um 39 Prozent ein

Monatelang schien der Aufstieg unaufhaltsam. Navitas Semiconductor surfte auf der großen KI-Welle. Der Fokus auf smarte Rechenzentren und eine Allianz mit Nvidia beflügelten die Fantasie. Die Realität sieht heute anders aus. Aus dem technologischen Sprint ist ein zäher juristischer Marathon geworden. Der Konkurrent Wolfspeed attackiert Navitas mit einer massiven Patentklage in den USA. Die Folge: ein brutaler Absturz an der Börse.

Der teure juristische Brand

Der Blick auf den Kursverlauf schmerzt. Aktuell notiert das Papier bei nur noch 12,50 Euro. Das bedeutet einen Verlust von knapp 30 Prozent in einem Monat. Vom Rekordhoch bei 29,20 Euro im Mai ist der Wert extrem weit entfernt. Dieser Einbruch ist keine normale Korrektur. Er ist die direkte Reaktion auf den schwelenden Patentstreit.

Wolfspeed greift die Kernprodukte des Unternehmens frontal an. Die Klage umfasst wichtige Technologien wie GaNFast und GeneSiC. Navitas weist die Vorwürfe zwar als völlig haltlos zurück. Das Management kündigt eine harte Verteidigung vor Gericht an. Aber ein langer Prozess in Delaware kostet massiv Geld. Analysten erwarten ohnehin frühestens 2029 erste Gewinne. Zum normalen operativen Geldverbrennen kommt nun ein teures juristisches Feuer.

Insider machen Kasse

Werfen Insider angesichts dieser trüben Aussichten das Handtuch? Die Verkäufe der letzten 90 Tage zeichnen ein beunruhigendes Bild. Führungskräfte trennten sich von fast vier Millionen Aktien. Prominente Manager wie Ranbir Singh machten Kasse. Solche Signale verunsichern die Märkte. Parallel dazu brach der Umsatz im ersten Quartal um fast 39 Prozent ein. Das passt nicht zum Narrativ des grenzenlosen Wachstums.

Unter großen Investoren herrscht inzwischen völlige Uneinigkeit. Schwergewichte wie BlackRock stockten ihre Positionen zuletzt auf. Andere Hedgefonds wie Davidson Kempner warfen alle Aktien auf den Markt. Die technische Lage stützt momentan klar die Bären. Der Kurs notiert weit unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 18,62 Euro. Ein stabiler Boden hat sich noch nicht gebildet.

Die Stunde der Wahrheit

Die Wall Street hat ihre Erwartungen längst nach unten korrigiert. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei bescheidenen 12,64 Euro. Damit preisen Analysten die juristischen Risiken bereits voll ein. Ende Juli präsentiert Navitas die neuen Quartalszahlen. Dann müssen harte Fakten zu den Gewinnmargen auf den Tisch. Das Unternehmen bringt noch immer knapp drei Milliarden Euro auf die Waage. Die Ära des blinden Wachstums ist jedoch endgültig vorbei. Navitas muss nun beweisen, dass die eigene Technologie auch rechtlich Bestand hat.

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