Navitas: Wolfspeed-Klage belastet Aktie

Patentstreit mit Wolfspeed und umfangreiche Insiderverkäufe belasten die Navitas-Aktie. Der Kurs fällt deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt.

Die Kernpunkte:
  • Patentklage von Wolfspeed eingereicht
  • Insider veräußerten Millionen Aktien
  • Strategiewechsel hin zu KI-Rechenzentren
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Juli 2026 mit einem deutlichen Kursrückgang konfrontiert. Neben einem allgemeinen Ausverkauf im Halbleitersektor belasteten insbesondere eine Patentklage des Konkurrenten Wolfspeed sowie Berichte über umfangreiche Insider-Verkäufe das Vertrauen der Anleger. Der aktuelle Kurs liegt bei 9,85 €, was einem Rückgang von 4,37 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit notiert das Papier nun etwa 45,97 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 18,23 €.

Patentklage von Wolfspeed belastet das Sentiment

Ein wesentlicher Faktor für die jüngste Verunsicherung ist ein Rechtsstreit vor dem US-Bezirksgericht in Delaware. Wolfspeed hat dort eine Patentklage gegen Navitas Semiconductor eingereicht, die sich auf Technologie im Bereich der Verbindungshalbleiter bezieht. Navitas wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme zurück und kündigte an, seine Leistungshalbleiterprodukte entschieden zu verteidigen. Das Unternehmen verwies in diesem Zusammenhang auf einen Auftragsbestand von 450 Millionen US-Dollar für künftige Designs.

Parallel dazu litt die Aktie unter der allgemeinen Schwäche im Chip-Sektor. Trotz starker Quartalszahlen des Branchenriesen TSMC sorgten Sorgen über die Margenentwicklung und die künftigen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) für Verkäufe auf breiter Front. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete am Berichtstag einen Rückgang von über 4 %.

Massive Insider-Verkäufe und neue Großaktionäre

Medienberichten zufolge haben Insider bei Navitas Semiconductor in den vergangenen 90 Tagen insgesamt 3,99 Millionen Aktien im Wert von rund 116,4 Millionen US-Dollar veräußert. Prominente Verkäufe wurden Ende Mai 2026 registriert: CEO Chris Allexandre trennte sich von 13.323 Anteilen zu einem Kurs von 31,81 US-Dollar, während Direktor Gary Wunderlich 73.000 Aktien für 28,11 US-Dollar verkaufte. Diese Transaktionen fanden zeitlich nah am 52-Wochen-Hoch statt, das am 26. Mai 2026 bei 29,20 € markiert wurde.

Demgegenüber steht ein meldepflichtiger Einstieg eines institutionellen Investors. Wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, hielt die Jane Street Group zum 10. Juli 2026 eine Position von 12.296.428 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 5,3 % am Unternehmen. Das institutionelle Eigentum an Navitas Semiconductor wird insgesamt auf 46,14 % beziffert.

Strategiewechsel auf KI-Rechenzentren

Operativ setzt das Management auf die Strategie „Navitas 2.0“, die eine verstärkte Ausrichtung auf die Infrastruktur für KI-Rechenzentren vorsieht. In diesem Segment konnte das Unternehmen im ersten Quartal 2026 ein sequenzielles Wachstum von 50 % erzielen. Zudem arbeitet Navitas mit NVIDIA an einer 800V-Gleichstrom-Architektur.

Für das erste Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 8,6 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 38,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, aber über den Erwartungen der Analysten von 8,22 Millionen US-Dollar lag. Der Nettoverlust belief sich auf 33,8 Millionen US-Dollar. Für das zweite Quartal gab das Management eine Umsatzprognose von 10 Millionen US-Dollar aus. Die Cash-Position wird mit 221 Millionen US-Dollar angegeben, wobei das Unternehmen weiterhin schuldenfrei agiert.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser gehen derzeit weit auseinander. Während Baird ein Kursziel von 20 US-Dollar ausgibt und Needham die Aktie mit einem Ziel von 21 US-Dollar zum Kauf empfiehlt, zeigen sich andere Institute vorsichtiger. Morgan Stanley stuft den Wert mit einem Ziel von 13,70 US-Dollar als „Underweight“ ein, Rosenblatt bewertet die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 13 US-Dollar. Im Konsens liegt das Kursziel bei etwa 14,74 US-Dollar.

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