Nebius Aktie: 12-Prozent-Sturz auf 197,70 Euro

Nebius verzeichnet explosives Umsatzwachstum, doch hohe Investitionen und eine Leerverkaufsquote von 23% sorgen für Skepsis am Markt.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz explodiert um 684 Prozent
  • Investitionsbudget übersteigt Umsatzerwartungen massiv
  • Leerverkaufsquote liegt bei 23 Prozent
  • Zirkuläre Finanzierung durch Nvidia kritisiert

Die Zahlen von Nebius erzählen zwei völlig unterschiedliche Geschichten. Auf der einen Seite steht ein explosives operatives Wachstum. Das Unternehmen kann sich vor Kunden kaum retten. Auf der anderen Seite zeigt der Aktienkurs deutliche Risse. Der Kurs rutschte zuletzt auf 197,70 Euro ab. Das ist ein Minus von über zwölf Prozent in nur sieben Tagen. Vom Rekordhoch bei 261 Euro hat sich der Wert deutlich entfernt.

Mehr Nachfrage als Angebot

Dabei liest sich die operative Entwicklung glänzend. Der Umsatz explodierte im ersten Quartal um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal ist das ein Plus von 75 Prozent.

Die Kapazitäten sind komplett ausverkauft. Nebius leidet nicht an Kundenmangel. Das Unternehmen kann schlicht nicht schnell genug bauen. Das Management diktiert die Preise und verkauft jede verfügbare GPU-Generation sofort.

Diese extreme Preissetzungsmacht lockt massiv Kapital an. Kein Wunder. Auf Jahressicht liegt die Aktie fast 366 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn summiert sich der Gewinn immer noch auf stolze 158 Prozent.

Ein Kreislauf, der Zweifler anlockt

Dennoch wetten Investoren zunehmend gegen den Cloud-Anbieter. Die Leerverkaufsquote bei Nebius liegt bei 23 Prozent. Ein so hoher Wert bei dreistelligen Wachstumsraten ist ungewöhnlich. Es ist kein pauschales Misstrauen gegen das Cloud-Modell. Es ist die klare Wette, dass Kurs und Realität zu weit auseinanderklaffen.

Die Skepsis hat einen konkreten Ursprung. Kritiker verweisen auf die verschachtelte Finanzierung der Branche. Nvidia investiert Kapital in Nebius. Nebius nutzt dieses Geld, um Nvidia-GPUs zu kaufen. Nvidia verbucht dies wiederum direkt als Umsatz.

Die Basis-Nachfrage bleibt real. Großkunden wie Microsoft und Meta kaufen tatsächlich Milliarden-Rechenleistung. Aber die zirkuläre Finanzierung durch die Chiphersteller erschwert die Bewertung. Investoren können organisches Wachstum kaum von erkaufter Nachfrage trennen.

Die riskante Mathematik des Ausbaus

Die eigenen Prognosen erklären die extremen Kursschwankungen. Nebius hat das Investitionsbudget für 2026 drastisch erhöht. Der Konzern plant Ausgaben zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar. Dem steht eine erwartete Umsatzspanne von lediglich 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar gegenüber.

Das ist eine klassische Infrastruktur-Wette. Der Anbieter baut gewaltige Kapazitäten auf Vorrat. Das zahlt sich enorm aus, wenn das Wachstum ungebremst anhält. Dreht die Stimmung vorher, wird es brutal. Diese immense finanzielle Spannung erklärt die hohe annualisierte Volatilität der Aktie von knapp 105 Prozent.

Nebius steht direkt im Zentrum eines gewaltigen Strukturwandels. Der Aufbau von KI-Kapazitäten läuft weltweit auf Hochtouren. Aber Recht haben und den richtigen Preis zahlen sind an der Börse zwei verschiedene Dinge. Der Konzern bringt nach dem jüngsten Rücksetzer noch immer über 58 Milliarden Euro auf die Waage. Die kommenden Monate werden ein knallharter Stresstest. Sie prüfen genau, wie lange der Kapitalmarkt ein Unternehmen finanziert, dessen Ausgaben den Umsatz so massiv übersteigen.

Anzeige

Nebius-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius-Analyse vom 2. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Nebius-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nebius: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nebius