Nebius Aktie: 15,6 Prozent Sprung auf Bloom-Deal
Nebius sichert sich über einen Zehnjahresvertrag mit Bloom Energy die Stromversorgung für KI-Rechenzentren und treibt so die Expansion voran.

- Aktie steigt um 15,6 Prozent
- Vertragsvolumen bis zu 2,6 Milliarden Dollar
- 328 Megawatt Leistung in drei Phasen
- Umsatz explodiert auf 399 Millionen Dollar
Nebius trifft den wunden Punkt der KI-Infrastruktur: Strom. Der neue Vertrag mit Bloom Energy soll die Energieversorgung der eigenen Rechenzentren absichern — und der Markt reagierte sofort. Die Aktie sprang am Donnerstag um 15,6 Prozent und schloss bei 221,72 Dollar.
Der Kursanstieg kommt nicht aus dem Nichts. Nebius wächst rasant, braucht dafür aber enorme Rechenkapazität und verlässliche Energie. Genau hier setzt der milliardenschwere Deal an.
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Strom direkt am Rechenzentrum
Mit Bloom Energy hat Nebius einen zehnjährigen Mastervertrag geschlossen. Das Volumen kann über Servicegebühren bis zu 2,6 Milliarden Dollar erreichen. Bloom soll Brennstoffzellentechnologie installieren und betreiben.
Geplant ist ein Projekt in drei Phasen mit insgesamt 328 Megawatt installierter Leistung. Davon sind 250 Megawatt als garantierte Stromversorgung vorgesehen. Für KI-Rechenzentren ist das ein zentraler Punkt, weil Netzanschlüsse vielerorts zum Flaschenhals werden.
Der erste Block soll 2026 in Betrieb gehen. Nebius ersetzt dabei zuvor geplante gasbasierte Infrastruktur durch Brennstoffzellen mit geringeren Emissionen.
Die Strategie ist klar: Strom soll direkt am Standort erzeugt werden. Damit kann Nebius Verzögerungen im klassischen Versorgungsnetz umgehen und seine Ausbaupläne besser kontrollieren. Für ein Unternehmen, das sich als europäischer Anbieter von KI-Infrastruktur positioniert, ist das mehr als ein technisches Detail.
Zahlen liefern Rückenwind
Auch operativ zog Nebius kräftig an. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 399 Millionen Dollar, nach 50,9 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum fällt damit außergewöhnlich stark aus.
Der wichtigste Treiber war das KI-Cloud-Geschäft. Dieses Segment steuerte 389,7 Millionen Dollar bei und erreichte eine EBITDA-Marge von 45 Prozent. Das erklärt, warum der Markt den Energievertrag nicht isoliert betrachtet, sondern als Baustein einer größeren Skalierungsgeschichte.
Die Bilanzkennzahlen zum Quartalsende zeigen zugleich, wie kapitalintensiv diese Expansion ist:
- Zahlungsmittel und Äquivalente: 3,68 Milliarden Dollar
- Eigenkapital: 4,59 Milliarden Dollar
- Langfristige Schulden: 4,86 Milliarden Dollar
- Verbleibende Leistungsverpflichtungen: 33,6 Milliarden Dollar
Diese Mischung ist spannend. Nebius verfügt über hohe vertragliche Sichtbarkeit, baut aber gleichzeitig eine Infrastruktur auf, die enorme Vorleistungen verlangt. Das dürfte die Bewertung weiter polarisieren.
Ausbauziele werden aggressiver
Nebius plant für 2026 nun Investitionen von 20 bis 25 Milliarden Dollar. Das Geld soll in das globale KI-Compute-Netzwerk fließen. Der Stromdeal passt damit direkt in die neue Größenordnung.
Bis Ende 2026 peilt das Management eine annualisierte Umsatzrate von 7 bis 9 Milliarden Dollar an. Das ist ein ambitionierter Schritt, der nur mit ausreichend Strom, Chips und Rechenzentrumsfläche erreichbar ist.
Nach dem Bloom-Vertrag liegt die vertraglich gesicherte Energiekapazität bei mehr als 3,5 Gigawatt. Bis Ende 2026 sollen mindestens 4 Gigawatt erreicht werden. Damit rückt Energieversorgung als Wettbewerbsvorteil stärker in den Vordergrund.
Rückenwind kommt auch aus der Industrie. Nvidia ist mit einer Investition von 2 Milliarden Dollar beteiligt, Meta schloss im März 2026 eine Infrastrukturvereinbarung über 27 Milliarden Dollar mit Nebius. Solche Namen erhöhen die Glaubwürdigkeit der Ausbaupläne.
Der Markt hat einen Teil dieser Erwartungen bereits eingepreist. Seit Ende April stieg der Kurs aus dem Bereich von 135 bis 145 Dollar auf mehr als 220 Dollar. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von rund 129,2 Prozent.
Bei den Analysten gehen die Einschätzungen weit auseinander. Citigroup bleibt mit einem Kursziel von 287 Dollar optimistisch, D.A. Davidson sieht mit 250 Dollar weniger Spielraum. Morgan Stanley ist mit 144 Dollar deutlich vorsichtiger. Die Spanne zeigt, wie stark die Bewertung an die erfolgreiche Umsetzung des Infrastrukturplans gekoppelt ist.
Nächste operative Marker sind der Start des ersten Bloom-Projekts 2026 und das Rechenzentrum in Finnland mit 310 Megawatt, das 2027 ans Netz gehen soll. Gelingt der Aufbau im geplanten Tempo, wird Nebius nicht nur an Umsatzwachstum gemessen, sondern zunehmend an der Fähigkeit, Strom, Kapital und Rechenleistung parallel zu sichern.
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