Nebius Aktie: 20 bis 25 Milliarden Capex geplant

Nebius Group schließt Eigen-AI-Übernahme ab, meldet 684 Prozent mehr Umsatz und steigt in den Nasdaq-100 auf.

Die Kernpunkte:
  • Eigen-AI-Integration für 643 Millionen Dollar
  • Umsatzsprung auf 399 Millionen Dollar
  • Aufnahme in den Nasdaq-100 am 22. Juni
  • Milliardenschwere Cloud-Verträge mit Microsoft und Meta

Nebius Group hat eine turbulente Woche hinter sich — und das im besten Sinne. Der KI-Infrastrukturanbieter schloss die Übernahme von Eigen AI ab, meldete explosive Umsatzzahlen und steht kurz vor der Aufnahme in den Nasdaq-100. Selten verdichten sich so viele Katalysatoren in so kurzer Zeit.

Eigen AI integriert, Silicon Valley erschlossen

Den Abschluss der Eigen-AI-Übernahme hat Nebius offiziell bestätigt. Der Deal, im Mai 2026 angekündigt und am 10. Juni regulatorisch genehmigt, kostet rund 643 Millionen Dollar in einer Kombination aus Barmitteln und Aktien.

Eigen AI bringt Technologien für Post-Training, Fine-Tuning und Produktionsinferenz mit — nutzbar für gängige Open-Source-Modelle wie Llama, DeepSeek und Gemma. Diese Fähigkeiten fließen in Nebius‘ bestehende „Token Factory“-Plattform ein. Das Gründerteam um die MIT-Forscher Ryan Hanrui Wang und Wei-Chen Wang leitet künftig einen neuen Entwicklungsstandort im Silicon Valley. Damit rückt Nebius näher an die großen US-Entwickler heran.

Milliardenkasse, explodierendes Wachstum

Die finanzielle Ausgangslage ist beeindruckend. Nebius verfügt aktuell über liquide Mittel von 9,3 Milliarden Dollar. Diese Summe speist sich aus einer Wandelanleihe über 4,3 Milliarden Dollar und einer Eigenkapitalbeteiligung von Nvidia in Höhe von 2 Milliarden Dollar.

Das Umsatzwachstum spricht für sich: Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen 399 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage nach GPU-Kapazität zwingt das Management, die Investitionsplanung erneut anzuheben. Für das Gesamtjahr rechnet Nebius nun mit Kapitalausgaben zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar. Bisher lag die Prognose bei 16 bis 20 Milliarden Dollar. Das Geld fließt in „KI-Fabriken“ in Missouri und Pennsylvania sowie in den Ausbau europäischer Rechenzentren.

Nasdaq-100-Aufnahme als unmittelbarer Kurstreiber

Ab Montag, dem 22. Juni 2026, ist Nebius offiziell im Nasdaq-100 gelistet. Das löst automatische Käufe durch passiv verwaltete ETFs aus, die den Index abbilden. Das verwaltete Vermögen dieser Fonds übersteigt 800 Milliarden Dollar — der Kaufdruck dürfte erheblich sein.

Hinzu kommen langfristige Cloud-Verträge im Gesamtvolumen von über 45 Milliarden Dollar. Darunter ein Infrastrukturdeal mit Microsoft über 19,4 Milliarden Dollar und eine Vereinbarung mit Meta Platforms über bis zu 27 Milliarden Dollar. CEO Arkady Volozh erklärte, die Nachfrage nach Rechenkapazität übersteige derzeit das verfügbare Angebot.

Die Aktie erreichte am Mittwoch ein Allzeithoch von 297,93 Dollar. Am Donnerstag schloss sie bei 286,69 Dollar — ein Tagesplus von gut zwei Prozent und der sechste Gewinntag in Folge. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 71 Milliarden Dollar, was einem Kursanstieg von über 210 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

Der RSI von knapp 65 zeigt starke Dynamik, ohne in den überkauften Bereich zu rutschen. Kurzfristige Unterstützung liegt bei 251 und 216 Dollar — relevant, falls es nach der Index-Umschichtung zu Gewinnmitnahmen kommt.

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