Nebius Aktie: 2,6 Milliarden Dollar von Bloom Energy

Nebius sichert sich per Brennstoffzellen-Vertrag über 2,6 Milliarden Dollar schnelle Stromversorgung für KI-Rechenzentren.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenvertrag mit Bloom Energy
  • Stromversorgung per Brennstoffzellen
  • Kursanstieg auf über 200 Dollar
  • Operativer Verlust trotz Umsatzplus

Nebius macht aus dem Stromproblem der KI-Branche ein eigenes Wachstumsthema. Kurz nach starken Quartalszahlen folgt ein Milliardenvertrag mit Bloom Energy. Er soll Rechenzentren schneller ans Netz bringen, ohne auf langwierige Netzanschlüsse zu warten.

Genau dort liegt der Kern der Story. KI braucht Chips, Fläche und Kapital. Vor allem braucht sie Strom.

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Seit Ende April zog die Aktie von etwa 135 bis 145 US-Dollar in die Zone über 200 US-Dollar. Der Kurssprung spiegelt die neue Erwartung wider: Nebius könnte beim Aufbau von KI-Infrastruktur schneller skalieren als viele Wettbewerber.

Am 21. Mai schloss die Aktie bei 219,93 US-Dollar. Im Handel erreichte sie zeitweise 226,81 US-Dollar.

Der Schlusskurs am 22. Mai lag bei 214,77 US-Dollar. Die Bewertung läuft damit dem klassischen Zahlenwerk ein Stück voraus.

Zum Vergleich: In den vergangenen 52 Wochen reichte die Spanne von 34,72 bis 233,73 US-Dollar.

Bloom soll das Stromproblem lösen

Bloom Energy kündigte am 20. Mai 2026 eine langfristige Partnerschaft mit Nebius an. Nebius zahlt dafür über die Laufzeit bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar an Servicegebühren.

Der Vertrag läuft über zehn Jahre und hängt an konkreten Bedingungen. Das macht ihn groß, aber nicht risikofrei.

Geplant sind modulare Brennstoffzellen in drei Phasen. Sie sichern 250 Megawatt garantierte Leistung und 328 Megawatt installierte Kapazität.

Der Charme liegt im Tempo. Viele KI-Betreiber warten auf Netzanschlüsse, während die Nachfrage nach Rechenleistung weiter steigt. Brennstoffzellen vor Ort können diese Lücke verkleinern.

Bloom setzt auf Festoxid-Brennstoffzellen. Diese erzeugen Strom ohne Verbrennung und benötigen nur wenig Wasser. Für KI-Rechenzentren kann das ein echter Vorteil sein, wenn klassische Netze zu langsam ausgebaut werden.

Wachstum bleibt teuer

Die operative Seite sieht weniger glatt aus. Nebius steigerte zwar den Umsatz deutlich, doch die Kostenbasis wächst ebenfalls kräftig.

Die operativen Aufwendungen stiegen auf 527 Millionen US-Dollar. Daraus entstand ein operativer Verlust von 128 Millionen US-Dollar.

Der Konzern baut KI-Fabriken, kauft Rechenleistung ein und erweitert seine Marktpräsenz. Das kostet viel Geld, bevor die Auslastung voll greift. Kurz gesagt: Wachstum gibt es hier nicht zum Nulltarif.

Hinzu kommen ein negativer freier Cashflow, höhere Verschuldung und fehlende Dividendenstütze. Nebius dürfte weitere Eigen- und Fremdmittel brauchen, um Rechenzentren und Grafikprozessoren zu finanzieren.

Kapazitätsziele steigen weiter

Beim Zugriff auf Strom zieht Nebius das Tempo an. Die vertraglich gesicherte Kapazität liegt bereits über 3,5 Gigawatt und damit über dem früheren Jahresziel von 3 Gigawatt.

Das Management peilt nun mehr als 4 Gigawatt bis Jahresende an. Mehr als 75 Prozent davon sollen im eigenen Besitz stehen.

In Pennsylvania kommt ein neuer Standort hinzu. Dort sind bis zu 1,2 Gigawatt Leistung geplant, die ab 2027 schrittweise verfügbar werden sollen.

Der Standort ergänzt die Präsenz in den USA. In Independence im Bundesstaat Missouri plant Nebius bereits eine KI-Fabrik mit 1,2 Gigawatt.

Der Bloom-Vertrag über 328 Megawatt könnte Nebius jährliche Umsatzchancen von 3,3 bis 4,9 Milliarden US-Dollar eröffnen. Das erklärt, warum der Markt so stark auf den Deal reagiert.

Analysten bleiben gespalten

Die Rally hat eine Lücke zwischen Kurs und Kurszielen gerissen. Morgan Stanley hob das Ziel zwar an, bleibt aber deutlich vorsichtiger als der Markt.

  • Morgan Stanley: Kursziel 144 US-Dollar, zuvor 126 US-Dollar.
  • Morgan Stanley-Bullenfall: 400 US-Dollar bei mehr als 5 Gigawatt bis 2030.
  • S&P-Global-Konsens: 15 Analysten, durchschnittliches Ziel 230,77 US-Dollar.
  • Zielspanne: 120 bis 291 US-Dollar.

Der Equal-Weight-Blick von Morgan Stanley passt zu dieser Zurückhaltung. Das angehobene Ziel lag klar unter dem Aktienkurs von 207,27 US-Dollar am 13. Mai.

Für 2026 hält Nebius am Umsatzziel von 3,0 bis 3,4 Milliarden US-Dollar fest. Das setzt voraus, dass der Ausbau weiter schnell läuft.

Beim annualisierten wiederkehrenden Umsatz peilt das Management 7 bis 9 Milliarden US-Dollar an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll rund 40 Prozent erreichen.

Langfristig will Nebius bis Ende 2030 aktive Rechenzentrumskapazität von 5 Gigawatt betreiben. Das wäre ungefähr das Fünffache der Kapazität, die für dieses Jahr erwartet wird.

Der Bloom-Deal passt damit exakt zur Wachstumslogik von Nebius. Bis Jahresende rückt vor allem der Ausbau auf mehr als 4 Gigawatt Vertragsleistung in den Blick. Gelingt das ohne zu starke Verwässerung und ohne größere Verzögerungen, bekommt die hohe Bewertung mehr operative Substanz.

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