Nebius Aktie: 4 Gigawatt Rechenzentren bis Ende 2026

Nebius Group trotzt dem Wettbewerbsdruck durch Hyperscaler und meldet starke Umsatzsteigerungen im KI-Cloud-Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Neue Allianz erhöht Konkurrenzdruck
  • Zielkapazität auf 4 Gigawatt angehoben
  • KI-Cloud-Umsatz steigt um 54 Prozent
  • Insiderverkäufe trotz Kursrallye

Eine neue Allianz zwischen Google und Blackstone wirbelt den KI-Infrastrukturmarkt auf. Für spezialisierte Neocloud-Anbieter wie Nebius Group bedeutet das: Die Konkurrenz wird kapitalstärker, die Preisgestaltung schwieriger.

Druck von oben, Wachstum von unten

Was Marktbeobachter als Entstehung eines „KI-Imperiums“ beschreiben, ist für unabhängige Anbieter eine direkte Herausforderung. Google und Blackstone bringen gemeinsam eine Kapitalfeuerkraft mit, die Margen im gesamten Sektor unter Druck setzen könnte. Analysten warnen, dass die schiere Größe dieser Initiative die Wachstumspfade kleinerer Anbieter gefährdet.

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Nebius selbst zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Das Unternehmen hat seine Zielkapazität für Rechenzentren auf 4 Gigawatt bis Ende 2026 angehoben. Kern dieser Expansion ist ein eigenes KI-Rechenzentrum in Pennsylvania mit bis zu 1,2 Gigawatt gesicherter Strom- und Landkapazität — ergänzend zur bestehenden Infrastruktur in Finnland.

Zahlen, die überzeugen — vorerst

Die jüngsten Finanzkennzahlen belegen das Tempo der Expansion. Der annualisierte Kernumsatz im KI-Cloud-Geschäft stieg um 54 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 1,92 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 53,7 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf einen Gewinn von 129,5 Millionen Dollar.

Für das Gesamtjahr peilt das Management einen Umsatz zwischen 3 und 3,4 Milliarden Dollar an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bis Ende 2026 auf 40 Prozent steigen. Dahinter stecken massive Investitionen: Das langfristige Kapitalausgabenmodell sieht kumulierte Ausgaben von bis zu 76,3 Milliarden Dollar bis 2028 vor.

Verträge mit Schwergewichten, Strom als Engpass

Um die Stromversorgung zu sichern, schloss Nebius einen Rahmenvertrag mit Bloom Energy über Brennstoffzellen-Kapazitäten — mit möglichen Servicegebühren von bis zu 2,6 Milliarden Dollar. Die Energie soll direkt hinter dem Zähler in die Rechenzentren fließen, ohne Umweg über das öffentliche Netz.

Der Hintergrund ist konkret: Ab dem dritten Quartal 2026 will Nebius Cloud-Kapazitäten an Meta Platforms liefern, ab dem vierten Quartal folgt Microsoft. Beide Verträge erfordern zuverlässige und skalierbare Stromversorgung.

Insider verkaufen, Kurs bleibt hoch

Inmitten dieser Wachstumsstory fallen Insiderverkäufe auf. General Counsel Tal Boaz trennte sich Ende Mai von 5.100 Aktien zu Kursen zwischen 199 und 200 Dollar — im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans nach Rule 10b5-1. Kurz zuvor hatte Chief Revenue Officer Marc Boroditsky seinen Anteil ebenfalls reduziert.

Die Aktie notierte zuletzt bei 214,77 Dollar, ein Kursanstieg von rund 139 Prozent seit Jahresbeginn. Citigroup hält mit einem Kursziel von 287 Dollar die bullischste Einschätzung auf dem Markt aufrecht. Andere Analysten sind inzwischen zurückhaltender und verweisen auf die hohe Kapitalintensität des Geschäftsmodells sowie Bewertungsrisiken angesichts des wachsenden Drucks durch Hyperscaler. Neben dem Kerngeschäft in der KI-Cloud umfasst Nebius auch die Plattform für autonomes Fahren Avride sowie den Edtech-Dienst TripleTen — Segmente, die das Bewertungsbild zusätzlich komplex machen.

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