Nebius Aktie: Fortsetzung folgt

Die Genehmigung für eine Gigawatt-Fabrik in den USA trieb die Nebius-Aktie kurzzeitig an, doch die enorme Kapitalintensität des Wachstumsplans belastet die Stimmung. Das Unternehmen peilt für 2026 einen Umsatzsprung auf über 3 Milliarden Dollar an.

Die Kernpunkte:
  • Genehmigung für Hyperscale-Anlage mit 1,2 Gigawatt Leistung
  • Aktienkurs verlor Gewinne nach anfänglichem Sprung wieder
  • Umsatzprognose für 2026 liegt bei 3 bis 3,4 Milliarden Dollar
  • Investitionsbedarf von bis zu 20 Milliarden Dollar für 2026

Die Nebius-Aktie schoss am 4. März um über 12 Prozent nach oben, nachdem der Stadtrat von Independence in Missouri grünes Licht für die größte US-Fabrik des Unternehmens gegeben hatte. Doch die Euphorie hielt nicht lange – in den Folgetagen gab die Aktie einen Großteil der Gewinne wieder ab. Ein Muster, das symptomatisch für die volatile Natur des AI-Infrastruktursektors ist.

Gigawatt-Fabrik für Kansas City

Mit der Genehmigung des „Project Independence“ kann Nebius nun eine Hyperscale-Anlage mit bis zu 1,2 Gigawatt Leistung auf rund 160 Hektar nahe Kansas City errichten. Die Kapazität reicht aus, um Zehntausende Next-Gen-GPUs zu betreiben.

Das Projekt beinhaltet ein Steueranreizpaket, das über eine Laufzeit von 20 Jahren mehr als 650 Millionen Dollar an die Stadt, lokale Schulbezirke und andere öffentliche Einrichtungen ausschütten soll. Allein die erste Bauphase erfordert eine Investition im Milliarden-Dollar-Bereich und soll etwa 1.200 Baujobs sowie rund 130 permanente High-Tech-Stellen schaffen. Die Stromversorgung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen.

Rally endet abrupt

Nach der Genehmigung kletterte die Aktie auf 97 Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Wochentief von 83 Dollar. Doch bereits 19 Stunden nach der Bekanntgabe meldete Simply Wall St einen Rückgang um 8,8 Prozent. Am 7. März pendelte der Kurs zwischen 88,80 und 96,50 Dollar und schloss bei 89,19 Dollar.

Über die vergangenen zwölf Monate schwankte die Aktie zwischen einem 52-Wochen-Tief von 18,31 Dollar und einem Hoch von 141,10 Dollar – eine enorme Bandbreite, die die Unsicherheit über die Transformation des Unternehmens widerspiegelt.

Hyperwachstum trifft auf Kapitalintensität

Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen ein rasantes Wachstum: Der Umsatz stieg um 479 Prozent auf 529,8 Millionen Dollar, im vierten Quartal allein um 547 Prozent auf 227,7 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von einem Verlust von 226,3 Millionen auf minus 64,9 Millionen Dollar. Der Nettoverlust aus fortgeführten Geschäften verwandelte sich in einen Gewinn von 29 Millionen Dollar.

Erstmals erzielte Nebius im vierten Quartal ein positives bereinigtes EBITDA. Die operative Cashflow-Marge aus fortgeführten Geschäften drehte auf 401,9 Millionen Dollar ins Plus.

Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 3,0 und 3,4 Milliarden Dollar an, mit einem ARR-Ziel von 7 bis 9 Milliarden Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf 40 Prozent steigen. Die Zahl der Rechenzentrumsstandorte soll von sieben auf 16 wachsen, die aktive Kapazität von 170 Megawatt auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt.

Verträge über 20 Milliarden Dollar

Das Fundament für diese Prognosen bilden zwei Großverträge: Ein Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Milliarden Dollar sowie eine Vereinbarung mit Microsoft über mehr als 19 Milliarden Dollar. Die erste Liefertranche an Microsoft wurde im November 2025 planmäßig abgeschlossen, weitere folgen 2026.

Im vierten Quartal verdoppelte sich die Anzahl der Verträge mit Laufzeiten über zwölf Monaten nahezu, der durchschnittliche Verkaufspreis stieg um mehr als 50 Prozent. Zur Absicherung der GPU-Versorgung erhielt Nebius 700 Millionen Dollar von Nvidia und Zugang zu Top-Chips mit Rabatten von rund 20.000 Dollar pro Einheit. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 wird Nebius die NVIDIA Vera Rubin NVL72 in den USA und Europa anbieten.

20 Milliarden Dollar Investitionsbedarf

Die Kehrseite der Wachstumsstrategie: Geplante Investitionsausgaben von 16 bis 20 Milliarden Dollar für 2026. Rund 60 Prozent der Mittel sind bereits gesichert. Nebius plant, neun neue Standorte bis 2026 hinzuzufügen und mehr als 3 Gigawatt kontrahierte Leistung zu erreichen.

Der Rücksetzer nach der Missouri-Genehmigung zeigt das zentrale Dilemma: Investoren wägen das transformative Wachstumspotenzial gegen die enorme Kapitalintensität und das Ausführungsrisiko ab. Mit der formellen Genehmigung und einem Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar werden die kommenden Quartale zeigen, ob Nebius den geplanten Infrastrukturausbau in die prognostizierten Umsätze umsetzen kann. Der Ausbau auf 16 Rechenzentren und über 2 Gigawatt Kapazität bis Jahresende ist ambitioniert – die nächsten Meilensteine dürften den Kurs maßgeblich bestimmen.

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