Nebius Aktie: Klare Unsicherheiten

Der KI-Infrastrukturanbieter profitiert von einem prominenten TV-Tipp und großen Aufträgen, während rote Quartalszahlen und eine steigende Short-Quote Zweifel nähren.

Die Kernpunkte:
  • Prominente TV-Empfehlung treibt Aktienkurs an
  • Milliardenaufträge von Meta und Microsoft
  • Quartalszahlen verfehlen Erwartungen deutlich
  • Leerverkäuferquote steigt auf 20 Prozent

Ein prominenter TV-Tipp verleiht dem KI-Infrastrukturanbieter Nebius am Mittwoch frischen Rückenwind. Während die Börse den rasanten Kapazitätsausbau und prall gefüllte Auftragsbücher feiert, offenbart ein Blick unter die Oberfläche deutliche fundamentale Schwächen. Enttäuschende Quartalszahlen und eine wachsende Zahl an Leerverkäufern zeigen, dass nicht jeder Investor der aktuellen Euphorie traut.

Prominenter Schub für Ausbaupläne

Auslöser für den jüngsten Kurssprung sind Aussagen des CNBC-Moderators Jim Cramer, der Anlegern riet, die Aktie genau im Blick zu behalten. Diese Empfehlung trifft auf einen ohnehin heißen Markt für Rechenzentren. Erst Ende März hatte das Unternehmen den Bau einer neuen KI-Fabrik in Finnland mit einer Kapazität von bis zu 310 Megawatt angekündigt. Das treibt die Marktkapitalisierung im vorbörslichen Handel auf über 30 Milliarden US-Dollar.

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Die Wachstumsfantasie stützt sich vor allem auf gewaltige Aufträge. Neben einer Vereinbarung mit Meta steht ein 19,4-Milliarden-Dollar-Deal mit Microsoft in den Büchern. Um diese Nachfrage zu bedienen, soll die Kapazität der Rechenzentren von 170 Megawatt Ende 2025 auf bis zu ein Gigawatt im Jahr 2026 wachsen. Dafür sammelte das Management kürzlich 4,3 Milliarden US-Dollar über Wandelanleihen ein, die direkt in neue Hochleistungs-Chips fließen sollen.

Milliardenaufträge treffen auf rote Zahlen

Allerdings steht dieser Vision eine ernüchternde finanzielle Realität gegenüber. Im vierten Quartal verfehlte der Konzern mit einem Umsatz von 227,7 Millionen US-Dollar die Erwartungen deutlich. Auch der Verlust je Aktie fiel mit 69 Cent spürbar höher aus als prognostiziert. Für das Gesamtjahr 2025 steht ein sattes Minus von 518 Millionen US-Dollar in der Bilanz.

Analysten lassen sich von den roten Zahlen bislang kaum beirren. Citigroup und Bank of America nahmen die Beobachtung im März mit Kaufempfehlungen und Kurszielen von 169 beziehungsweise 150 US-Dollar auf. Auf der anderen Seite trennten sich zuletzt mehrere Führungskräfte von Anteilen. Zwar handelte es sich beim CEO um einen automatisierten Verkauf zur Deckung von Steuerlasten, parallel veräußerten jedoch auch der Technik- und der Infrastrukturchef Papiere. Das lockt zunehmend Leerverkäufer an: Die Short-Quote ist mittlerweile auf 20 Prozent geklettert, was auf eine wachsende Wette gegen das Unternehmen hindeutet.

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 47 auf Basis der vergangenen zwölf Monate ist die Bewertung extrem ambitioniert. Selbst bei Erreichen der ehrgeizigen Umsatzziele für 2026 wird das Unternehmen noch mit dem Sieben- bis Achtfachen der Erlöse gehandelt. Angesichts eines extrem hohen Beta-Faktors von 4,20 müssen sich Aktionäre auf weiterhin heftige Kursschwankungen in beide Richtungen einstellen, während das Management beweisen muss, dass es den massiven Kapazitätsausbau profitabel umsetzen kann.

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