Nebius Aktie: Microsoft-Vertrag über 19,4 Milliarden
Nebius sichert sich 775 Mio. USD Kredit mit GPU-Besicherung. Trotz positiver Analysten bleibt der Aktienkurs unter Druck.

- Kredit mit GPU-Infrastruktur besichert
- Summe deckt Investitionen vollständig
- Aktie trotz Meldung im Abwärtstrend
- Neue Investoren und Übernahmegerüchte
Nebius Group hat sich einen Kredit über 775 Millionen US-Dollar gesichert und dabei erstmals die eigene GPU-Infrastruktur als Sicherheit eingesetzt. Der besicherte Senior-Term-Loan wurde am 10. Juli 2026 abgeschlossen, führende Bank war MUFG, insgesamt beteiligten sich neun Institute. Die Facility war überzeichnet, wie das Portal The Next Web berichtete. Die Laufzeit endet am 31. Oktober 2030, verzinst wird der Kredit mit einem Aufschlag von 2,50 Prozentpunkten auf den SOFR-Satz.
Kredit deckt Investitionsbedarf vollständig
Nach Angaben von The Next Web deckt die Kreditsumme mehr als 100 Prozent der laufenden Investitionsausgaben in GPU-Kapazität ab. Nebius will die Struktur künftig wiederholen und dabei auf ein Vertragsvolumen von mehr als 40 Milliarden US-Dollar zurückgreifen, das dem Unternehmen aus Vereinbarungen mit Microsoft und Meta zufließen soll. Allein der Microsoft-Vertrag beläuft sich demnach auf 19,4 Milliarden US-Dollar, die Meta-Vereinbarung auf bis zu 27 Milliarden US-Dollar, davon 12 Milliarden fest zugesagt und weitere 15 Milliarden optional über fünf Jahre. Ophir Nave, Betriebschef (COO) von Nebius, bezeichnete den Ansatz laut Foreign Policy Journal als disziplinierten und diversifizierten Weg der Finanzierung. Nebius habe zuletzt eine Kapazitätstranche an Microsoft ausgeliefert. The Globe and Mail verweist zudem auf eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 286 US-Dollar für die Aktie.
Kursreaktion fällt trotz guter Nachricht verhalten aus
Am Freitag schloss die Nebius-Aktie bei 155,52 Euro, ein Plus von 3,62 Prozent zum Vortag. Der kurzfristige Ausschlag ändert aber wenig am übergeordneten Bild: Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 19,19 Prozent, zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand aktuell minus 21,49 Prozent. Die Kreditmeldung konnte den Ausverkauf der vergangenen Woche demnach nur teilweise auffangen. Marktbeobachter führten die Nervosität auf hohe Investitionsausgaben, einen negativen freien Cashflow und steigende Verschuldung zurück, obwohl Analysten überwiegend bei ihrer Kaufempfehlung blieben. Kritisch wurde zudem angemerkt, dass Nebius von wenigen Großkunden abhängt und Störungen in diesen Beziehungen die angestrebte Profitabilität verzögern könnten.
Neue Aktionäre und Übernahmegerüchte
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Aktie durch den Einstieg des Fonds Situational Awareness, der von Leopold Aschenbrenner, einem ehemaligen Mitarbeiter von OpenAI, gegründet wurde. Der Fonds meldete eine Beteiligung an Nebius, das ursprünglich aus Yandex hervorgegangen war und GPU-Infrastruktur für das Training von KI-Modellen bereitstellt. Parallel kursierten Berichte über mögliche Gespräche von Nebius zur Übernahme des israelischen KI-Unternehmens AI21 Labs, das 2023 mit 1,4 Milliarden US-Dollar bewertet worden war und zuvor auch von Nvidia als Übernahmeziel geprüft worden sein soll.
Meta baut eigenes Cloud-Geschäft auf
Im Hintergrund wächst zudem die Konkurrenz durch Meta. Der Konzern führt Gespräche über eine Vermietung von Rechenkapazität an Anthropic im Umfang von bis zu 10 Milliarden US-Dollar über zwei Jahre, mit monatlicher Abrechnung und Ausstiegsoptionen für beide Seiten. Ein solches Geschäft würde Meta als neuen Anbieter im Cloud-Markt etablieren und direkt mit Nebius sowie CoreWeave konkurrieren. Bereits Anfang Juli hatten Berichte über Metas Cloud-Ambitionen die Aktien beider Unternehmen um 15 bis 17 Prozent einbrechen lassen. Für Nebius bleibt die Kombination aus frischer Fremdfinanzierung, prominenten neuen Investoren und wachsendem Wettbewerbsdruck durch Hyperscaler damit das zentrale Spannungsfeld der kommenden Wochen.
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