Nebius Aktie: Milliarden-Deal mit Reflection AI

Nebius sichert sich Milliardenauftrag von Reflection AI, während die Aktie unter Meta-Ängsten leidet und deutlich unter ihrem Rekordhoch notiert.

Die Kernpunkte:
  • Milliarden-Partnerschaft mit Reflection AI
  • Aktie bleibt unter Rekordhoch
  • Meta-Sorgen belasten den Kurs
  • Analysten sehen moderates Aufwärtspotenzial

Ein neuer Milliarden-Deal, aber der Kurs bleibt unter Druck. Nebius meldet eine Rechenpartnerschaft mit Reflection AI im Wert von über einer Milliarde Dollar. Trotzdem notiert die Aktie fast 35 Prozent unter ihrem Rekordhoch.

Am Mittwoch steigt der Kurs um 1,05 Prozent auf 171,58 Euro, nach einem Schlusskurs von 169,80 Euro am Dienstag. Vorbörslich hatte die Aktie sogar knapp 3 Prozent zugelegt. Der Grund: der neue Auftrag von Reflection AI.

Reflection AI sichert sich Nvidias stärkste Chips

Reflection AI erhält Zugang zu Nebius‘ Rechenzentren mit Nvidias GB300-Prozessoren. Der Vertrag läuft bis Ende 2029. Hinter Reflection AI stehen zwei ehemalige Google-DeepMind-Entwickler, Nvidia selbst ist als Investor beteiligt.

Es ist bereits die zweite große Infrastrukturvereinbarung des Start-ups in diesem Jahr. Im Juni hatte Reflection AI einen mehrjährigen Deal mit SpaceX abgeschlossen, ebenfalls für Nvidia-Chips. Die monatlichen Kosten dafür liegen bei geschätzten 150 Millionen Dollar, auch dieser Vertrag läuft bis 2029.

Für Nebius bedeutet der neue Auftrag einen weiteren prominenten Namen im Kundenportfolio. Das Amsterdamer Unternehmen beliefert bereits Microsoft und Meta mit Rechenkapazität. KI-Start-ups geben derzeit enorme Summen aus, um sich Zugang zu Chips zu sichern. Rechenkapazität ist zum Flaschenhals der ganzen Branche geworden.

Die Meta-Sorge lastet auf dem Kurs

Der frische Auftrag ändert wenig am großen Bild. Nebius notiert 34,26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 261,00 Euro vom 22. Juni. Binnen sieben Tagen verlor die Aktie 9,42 Prozent, auf Monatssicht sind es 23,52 Prozent.

Der Auslöser für den Ausverkauf: Berichte, wonach Meta an einem eigenen Projekt namens „Meta Compute“ arbeitet und überschüssige Rechenkapazität künftig selbst verkaufen will. Die Nachricht traf die gesamte Neocloud-Branche. Nebius und der Konkurrent CoreWeave gerieten im frühen Handel deutlich unter Druck.

Nebius trifft es besonders hart. Das Unternehmen unterhält Berichten zufolge einen Vertrag mit Meta im Volumen von rund 27 Milliarden Dollar. Genau diese Abhängigkeit wird jetzt zum Risiko. Sollte Meta einen Teil seiner externen Rechenleistung durch eigene Kapazität ersetzen, träfe das Nebius empfindlich.

Die Wall Street liest den Reflection-AI-Deal als Gegenbeweis: Die Nachfrage nach externer Rechenleistung bleibt intakt, auch wenn Meta eigene Wege geht. Laut TipRanks bewerten neun Analysten die Aktie mit einem moderaten Kaufrating — fünf Kaufempfehlungen, vier Halten-Voten, keine Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 252,86 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 20,12 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Charttechnik zeigt Nervosität

Die Aktie notiert 13,38 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 198,09 Euro. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 118,88 Euro liegt sie dagegen noch 44,32 Prozent im Plus. Diese Spanne zeigt, wie stark die Kursschwankungen dieses Jahr ausgefallen sind.

Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 40,4 — weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 101,42 Prozent unterstreicht trotzdem, wie unruhig der Handel in der Aktie geworden ist. Charttechnisch ist Nebius unter den 20-Tage-Durchschnitt gerutscht und nähert sich einer möglichen Trendwendezone. Hält der Verkaufsdruck an, könnte aus der laufenden Korrektur eine breitere Abwärtsbewegung werden.

Auf Jahressicht steht die Aktie trotz allem noch mit 124,29 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 271,39 Prozent. Das Analysehaus SemiAnalysis geht davon aus, dass Metas Investitionen in eigene Rechenzentren in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden — und sieht Anbieter wie Nebius eher als Nutznießer dieses Trends denn als Verlierer.

Der Reflection-AI-Vertrag liefert damit ein Gegenargument zur Meta-Sorge, ohne sie vollständig zu entkräften. Ob weitere Kundengewinne die Konkurrenzängste aufwiegen können, dürfte den nächsten größeren Kursimpuls bestimmen.

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