Nebius Aktie: Nvidia hält 9,3 Prozent
Nvidia offenbart 9,3-Prozent-Beteiligung an Nebius. Eine Kreditlinie über 775 Millionen Dollar stärkt die Finanzierung und treibt die Aktie an.

- Nvidia meldet 9,3% Beteiligung
- Kreditlinie über 775 Millionen Dollar
- Analysten heben Kursziele an
- Umsatz explodiert um 684%
Das geht aus einer Schedule-13G-Meldung hervor, die der Chip-Konzern am 20. Juli 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichte. Die Beteiligung umfasst rund 22,3 Millionen Aktien, von denen der Großteil – etwa 21,1 Millionen Papiere – aus Warrants stammt, die Nvidia im Rahmen einer Investition über zwei Milliarden Dollar im März 2026 erhalten hatte. Die Optionsscheine sind seit dem 13. Juli 2026 ausübbar, ein Verkauf der daraus resultierenden Aktien ist jedoch bis zum 11. September 2026 untersagt.
Der Markt reagierte prompt: Nebius-Aktien legten nach US-Handelsschluss am 20. Juli um rund vier Prozent zu. Das reguläre Handelsende hatte die Aktie zuvor bereits mit einem Plus von 2,76 Prozent bei 182,62 Dollar markiert.
Kreditlinie über 775 Millionen Dollar räumt Verwässerungssorgen aus
Für zusätzlichen Auftrieb sorgte eine zweite Nachricht aus derselben Woche: Nebius sicherte sich eine besicherte Kreditfazilität über 775 Millionen Dollar. Das Darlehen ist durch die eigene GPU-Infrastruktur sowie durch Cashflows eines Kunden mit Investment-Grade-Rating gedeckt, läuft bis zum 31. Oktober 2030 und ist mit einem Zinssatz von SOFR plus 2,50 Prozent ausgestattet. An dem Bankensyndikat beteiligten sich unter anderem MUFG als Strukturierungsberater sowie ABN AMRO, Bank of America, Deutsche Bank, HSBC, Citi, Crédit Agricole, ING, Morgan Stanley und Goldman Sachs.
Analysten werten die Finanzierung als Beleg dafür, dass Nebius sein Wachstum künftig stärker über Fremdkapital statt über neue Aktienausgaben stemmen kann. Northland Securities-Analyst Nehal Chokshi erhöhte sein Kursziel von 248 auf 410 Dollar und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Er begründet dies damit, dass die erstmalige gesicherte Fremdfinanzierung auf Basis der GPU-Infrastruktur das nicht-verwässernde Geschäftsmodell des Unternehmens untermauere, und zieht Vergleiche zur Bewertung von CoreWeave. Freedom Capital-Analyst Paul Meeks stufte die Aktie von Hold auf Buy hoch und hob das Kursziel von 159 auf 200 Dollar an. Er verwies auf den Kursrückgang von mehr als 40 Prozent seit dem Zwischenhoch am 22. Juni als Einstiegschance und erklärte, man sei „immer Fans des Unternehmens“ gewesen. Bank of America bestätigte parallel ihr Buy-Rating mit einem Kursziel von 280 Dollar.
Wachstumszahlen und offene Baustellen
Die Zuversicht der Analysten stützt sich auch auf die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal steigerte Nebius den Umsatz um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich, während der Verlust je Aktie mit minus 0,23 Dollar besser ausfiel als prognostiziert. Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen drei und 3,4 Milliarden Dollar sowie einen annualisierten Auftragsbestand von sieben bis neun Milliarden Dollar in Aussicht. Große Verträge mit Microsoft im Volumen von 17,4 Milliarden Dollar und mit Meta von bis zu 27 Milliarden Dollar untermauern die Wachstumsstory, ergänzt um eine kürzlich unterzeichnete Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Reflection AI.
Nicht alle Marktreaktionen rund um das Nebius-Ökosystem fielen positiv aus: Bloom Energy, das eine Finanzierung über 1,7 Milliarden Dollar für ein Nebius-Projekt gemeinsam mit IDF und Oaktree eingefädelt hatte, verlor am selben Handelstag 5,6 Prozent, weil die Vereinbarung noch nicht als Umsatz verbucht werden darf. Zudem verkauften Nebius-Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 140 Millionen Dollar – ein Punkt, den Beobachter im Auge behalten dürften.
Aktie bleibt trotz Nachrichtenflut unter Druck
Trotz der News-Dichte notiert die Nebius-Aktie weiterhin deutlich unter ihrem Rekordniveau. Am Montag schloss das Papier bei 160,02 Euro, ein Plus von 2,89 Prozent zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 261,00 Euro, das erst am 22. Juni erreicht wurde, klafft weiterhin eine Lücke von 38,69 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 39,3 deutet darauf hin, dass die Aktie technisch eher überverkauft als überhitzt ist – ein Bild, das zu der Einschätzung von Freedom Capital passt, wonach der jüngste Rückgang eine Einstiegsgelegenheit darstellen könnte. Ob die frische Rückendeckung durch Nvidia und die verbesserte Finanzierungsstruktur ausreichen, um das verlorene Terrain zurückzuerobern, dürfte sich in den kommenden Wochen an der Kursreaktion ablesen lassen.
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