Nebius Aktie: Palantir wird Infrastrukturpartner
Nebius steigert den Umsatz im zweiten Quartal um 454 Prozent und hebt GPU-Tarife an. Zugleich sichern Großverträge weiteres Wachstum.

- GPU-Tarife sollen ab Oktober steigen
- Auftragsbestand reicht über 24 Monate
- Umsatz klettert im zweiten Quartal
- Wandelanleihen bringen 5,75 Milliarden Dollar
Die Papiere von Nebius sind am Freitag um 2,5 Prozent auf 194,42 Euro gestiegen. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, die Preise für seine GPU-Cloud-Dienste zum 1. Oktober um durchschnittlich rund 20 Prozent anzuheben. Hintergrund der Maßnahme ist die unverändert hohe Auslastung von Kapazitäten für künstliche Intelligenz, die dem Cloud-Infrastruktur-Anbieter erhebliche Preissetzungsmacht verleiht.
Teurere Rechenzeit für begehrte Nvidia-Chips
Die anstehende Preisanpassung umfasst mehrere Prozessormodelle von Nvidia. Für den H100-Chip soll der Stundensatz um 16,9 Prozent von 3,85 auf 4,50 Dollar steigen.
Die Nutzung des H200-Modells verteuert sich um 20 Prozent von 4,50 auf 5,40 Dollar, während der Tarif für B200-Grafikprozessoren um rund 18,9 Prozent von 7,15 auf 8,50 Dollar pro Stunde angehoben wird. Auch Modelle der Serie B300 sind von den Anpassungen betroffen.
Für Nebius ist dies bereits der zweite Preisschritt binnen weniger Monate. Bereits im Mai hatte der Konzern die Tarife für On-Demand-Kapazitäten um durchschnittlich 29 Prozent und für Spot-Kapazitäten um 51 Prozent erhöht.
Zugleich verlängert sich der Vorlauf bei Kundenaufträgen deutlich: Die Visibilität im Auftragsbuch reicht inzwischen über 24 Monate hinaus, nachdem sie zuvor bei etwa 18 Monaten gelegen hatte. Einzelne Großkunden sicherten sich bereits Kontingente für das erste und zweite Quartal 2028, die jeweils zehntausende Prozessoren umfassen.
Partnerschaften und massive Kapazitätserweiterung
Das anhaltende Nachfragewachstum spiegelt sich auch in strategischen Kooperationen wider. Vor rund zwei Wochen vereinbarte Nebius eine Partnerschaft mit Palantir Technologies, bei der Nebius als bevorzugter Partner für souveräne KI-Infrastruktur fungiert.
Palantir bindet die Rechenkapazitäten schrittweise in seine Unternehmensplattform ein, während beide Konzerne den zügigen Aufbau modularer Rechenzentren an Standorten mit bestehender Stromversorgung vorantreiben wollen.
Parallel zum Ausbau des Geschäfts meldete Nebius im September eine Transaktion aus dem eigenen Führungskreis: Direktor John Wilson Boynton IV veräußerte Mitte des Monats laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC 6.364 Aktien zu Kursen zwischen 207,67 und 209,74 Dollar.
Enormes Wachstum bei hohem Kapitalbedarf
Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Nebius einen Umsatz von 582,3 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 454 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im selben Zeitraum von einem Minus von 21 Millionen Dollar auf positive 236,2 Millionen Dollar.
Zudem schloss das Unternehmen vier Großverträge über KI-Cloud-Kapazitäten mit einem durchschnittlichen Auftragswert von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar ab.
Die Expansion erfordert allerdings erhebliche finanzielle Mittel. Zur Absicherung dieser Ausgaben schloss Nebius Ende August eine Privatplatzierung von Wandelanleihen mit einem Bruttoerlös von rund 5,75 Milliarden Dollar ab. Anleger honorieren das dynamische Wachstum im laufenden Jahr: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 165 Prozent.
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