Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung bestätigt
Trotz EU-Förderung und Vergleich fällt der Nel-Kurs weiter. Fehlende Großaufträge und Zinsängste belasten die Aktie des Elektrolyseur-Pioniers.

- Kursverlust trotz positiver Nachrichten
- EU-Förderung von 135 Millionen Euro
- Rechtsstreit mit Iwatani beigelegt
- Halbjahresbericht am 15. Juli 2026
Gute Nachrichten, fallender Kurs. Bei Nel ASA klafft dieser Widerspruch gerade besonders deutlich auseinander. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller hat in dieser Woche einen Rechtsstreit beigelegt und eine milliardenschwere EU-Förderung bestätigt bekommen — und verlor trotzdem fast acht Prozent in sieben Tagen.
Vergleich trügt
Der Blick aufs Jahresergebnis sieht noch ordentlich aus. Seit Januar liegt die Aktie rund 24 Prozent im Plus. Aber das 52-Wochen-Hoch von 0,37 Euro, das Nel am 25. Mai erreichte, ist bereits weit weg. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 0,24 Euro — knapp 35 Prozent darunter. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 0,26 Euro fungierte zuletzt als Stütze. Diese Stütze ist jetzt gebrochen.
Der RSI liegt bei 37,7 — nah an der klassischen Überverkauft-Zone, aber ohne Anzeichen einer Gegenbewegung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 92 Prozent zeigt, wie nervös der Markt auf Nel reagiert.
Vergleich trügt auch beim Settlement
Nel hat sich mit der Iwatani Corporation of America außergerichtlich geeinigt. Der Streit drehte sich um technische Probleme an Wasserstoff-Tankstellen in Kalifornien und lief seit Februar 2024. Nel zahlt 7,5 Millionen US-Dollar. Das beseitigt ein Risiko — aber der Markt reagierte kaum.
Der Grund liegt auf der Hand: Die Zahlung belastet die Liquidität. Nel verfügte zuletzt über rund 1,88 Milliarden Norwegische Kronen an Kassenbestand. Das ist kein dramatischer Einschnitt, aber für ein Unternehmen ohne nennenswerte Umsätze zählt jeder Abfluss.
EU-Geld reicht nicht als Kurstreiber
Anfang Juni bestätigte die EU eine Förderung von bis zu 135 Millionen Euro für Nel. Das Geld fließt in die Skalierung der nächsten Generation alkalischer Druckelektrolyseure — ein strategisch wichtiger Schritt für günstigere grüne Wasserstoffproduktion.
Für den kurzfristigen Kurs ändert das wenig. Wachstumsaktien mit hohem Kapitalbedarf leiden unter dem anhaltenden Zinsumfeld. Die EZB-Entscheidung vom 11. Juni und aktuelle Inflationsdaten aus Norwegen und den USA haben die Stimmung diese Woche zusätzlich gedrückt. Fördergelder lösen keine Zinsprobleme.
Zwei Jahre als reines Elektrolyseur-Unternehmen
Am 12. Juni jährte sich der Spin-off der Betankungssparte, die heute als Cavendish Hydrogen eigenständig operiert. Nel konzentriert sich seitdem vollständig auf Alkalin- und PEM-Technologie. Das operative Cash-Burn hat sich seit 2022 deutlich verringert, die EBITDA-Verluste sind gesunken.
Was fehlt, ist ein großer neuer Auftrag. Ohne diesen Katalysator bleibt die Aktie anfällig für technische Verkaufswellen. Der nächste konkrete Termin ist der 15. Juli 2026 — dann veröffentlicht Nel den Halbjahresbericht.
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