Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro für Herøya
Nel ASA verzeichnet Kursrückgang nach Höhenflug, treibt aber Produktionsausbau in Norwegen mit EU-Förderung voran.

- Aktie fällt auf 0,30 Euro zurück
- Jahresplus von über 54 Prozent
- EU-Unterstützung in Millionenhöhe
- Fokus auf Elektrolyseur-Geschäft
Starke Jahresperformance, schwache Kurse im Juni — bei Nel ASA klaffen übergeordneter Trend und aktuelle Stimmung auseinander. Das Papier rutschte am Donnerstag auf 0,30 Euro ab. Damit setzt sich die technische Korrektur nach der jüngsten Rally fort. Marktbeobachter warten auf den nächsten Impuls.
Ende Mai markierte der Wasserstoff-Spezialist noch einen Höchststand von 0,37 Euro. Seitdem hat der Kurs rund 19 Prozent eingebüßt. Dennoch bleibt die Bilanz für das laufende Jahr mit einem Plus von über 54 Prozent tiefgrün.
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Der mittelfristige Aufwärtstrend ist intakt. Die Notierung verläuft weiterhin deutlich über der wichtigen 200-Tage-Linie. Aktuell dominieren abwartende Investoren das Handelsgeschehen. Die technischen Meilensteine für die neue Druck-Alkali-Plattform stehen. Großvolumige Folgeaufträge lassen allerdings auf sich warten.
Ausbau in Norwegen
Im Zentrum der langfristigen Strategie steht die Industrialisierung der neuen Technologie. Nel ASA baut die Produktionskapazitäten im norwegischen Herøya massiv aus. Die Roadmap sieht zunächst ein Gigawatt pro Jahr vor. Je nach Marktnachfrage plant das Management eine Erweiterung auf vier Gigawatt.
Die Europäische Union stützt diesen Kurs mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Aus dem Innovationsfonds fließen bis zu 135 Millionen Euro. Diese Mittel decken einen Großteil der förderfähigen Industrialisierungskosten ab. Das Ziel ist eine deutliche Senkung der Produktionskosten für grünen Wasserstoff. Bei Großprojekten sollen die Systemkosten unter die Marke von 1.450 US-Dollar pro Kilowatt fallen.
Fokus auf Profitabilität
Nach der erfolgreichen Abspaltung der Tankstellensparte konzentriert sich das Unternehmen rein auf das Elektrolyseur-Geschäft. Im Auftaktquartal erwirtschaftete Nel ASA einen Umsatz von rund 152 Millionen norwegischen Kronen. Unter dem Strich stand ein Verlust je Aktie von 0,08 Kronen.
Die hohe Volatilität bleibt ein ständiger Begleiter im Wasserstoffsektor. Am 15. Juli legt der Vorstand die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann rücken die konkreten Auftragseingänge in den Fokus. Die neuen Vertragsabschlüsse gelten als entscheidender Indikator für die Marktakzeptanz der erweiterten Produktionsinfrastruktur.
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