Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro vom EU-Innovationsfonds

Nel ASA bringt eine neue alkalische Elektrolyseur-Plattform auf den Markt. Technisch klingt das nach einem Schritt nach vorn. An der Börse reicht das aber nicht, um die Lücke zwischen Kursfantasie und Geschäftszahlen zu schließen.

Die Aktie hat zuletzt kräftig angezogen. In Euro notiert sie bei 0,29 Euro, nach einem Plus von gut 46 Prozent in 30 Tagen und nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,32 Euro. Genau diese Dynamik macht die aktuelle Lage heikel.

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Neue Plattform, große Kostenziele

Nel wirbt mit einem druckbetriebenen alkalischen System, das Wasserstoffprojekte einfacher und günstiger machen soll. Für eine Anlage mit 25 Megawatt nennt der Konzern schlüsselfertige Kosten von unter 1.450 Dollar je Kilowatt. Viele heutige Industrieprojekte liegen nach Nel-Angaben eher nahe 3.000 Dollar.

Das ist der Kern der Story. Wenn die Werte im Feld halten, könnte die Technik die Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff spürbar verbessern. Der Markt wartet aber auf Belege durch Aufträge.

Nel stellt Einsparungen bei den Systemkosten von 40 bis 60 Prozent in Aussicht. Die Industrialisierung läuft am Standort Herøya mit einer Kapazität von bis zu 1 Gigawatt pro Jahr. Später soll die Produktion auf bis zu 4 Gigawatt steigen.

Rückenwind kommt aus Brüssel. Der EU-Innovationsfonds unterstützt die Industrialisierung mit bis zu 135 Millionen Euro und deckt damit bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten ab.

Operativ bleibt der Druck hoch

Die Zahlen zum ersten Quartal zeigen ein anderes Bild. Nel erzielte Erlöse aus Kundenverträgen von 148 Millionen Kronen, ein Minus von 5 Prozent. Das EBITDA lag bei minus 100 Millionen Kronen.

Damit verbessert sich das Ergebnis zwar leicht. Der operative Trend bleibt aber angespannt, weil die Nachfrage noch nicht in ausreichender Stärke ankommt. Genau hier liegt der Bruch zwischen Produktstory und Fundamentaldaten.

Der Auftragseingang brach um 73 Prozent ein. Der Auftragsbestand sank auf 1,1 Milliarden Kronen. Die liquiden Mittel lagen bei rund 1,4 Milliarden Kronen.

Ein weiterer Punkt belastet die Bilanzdebatte. Nel prüft den Buchwert von zwei stillgelegten Produktionslinien in Herøya. Im Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern bereits Abschreibungen von 799 Millionen Kronen verbucht.

Analysten bleiben vorsichtig

Die Kursrally hat die Analysten nicht überzeugt. Berenberg bleibt bei „Neutral“ und senkte das Kursziel von 2,60 auf 2,30 norwegische Kronen. RBC stuft die Aktie mit „Sector Perform“ ein und sieht das Ziel bei 3,00 Kronen.

Das Management versucht, die Nachfragebasis zu verbreitern. Vertriebschef Todd Cartwright verweist auf Kunden, die einfachere und leichter finanzierbare Lösungen suchen. Interesse gebe es auch bei Energie­sicherheit und verteidigungsnahen Anwendungen.

CEO Håkon Volldal sprach von einem ruhigen ersten Quartal beim Auftragseingang. Für die PEM-Sparte sehe er aber weiter Schwung. Nach den Turbulenzen an den Energiemärkten würden neue Einsatzfelder stärker diskutiert.

Am 15. Juli legt Nel den Halbjahresbericht vor. Bis dahin zählt vor allem, ob aus der neuen alkalischen Plattform konkrete Bestellungen werden. Ohne sichtbaren Auftragseingang bleibt die Kursrally schwer mit dem operativen Geschäft zu verbinden.

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