Nel ASA Aktie: 230 Millionen Auftragseingang, 155 Millionen Verlust
Nel ASA verzeichnet starken Auftragseingang, bleibt aber tief in der Verlustzone. JPMorgan senkt das Kursziel, die Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch.

- Auftragseingang steigt auf 230 Mio. Kronen
- EBITDA-Verlust weitet sich auf 155 Mio. aus
- JPMorgan kürzt Kursziel auf 1,80 Kronen
- Aktie liegt 47% unter 52-Wochen-Hoch
Bei Nel ASA klafft weiter eine Lücke zwischen operativer Erholung und Bilanzrealität. Während der Auftragseingang im zweiten Quartal kräftig zulegte, bleibt die Profitabilität des norwegischen Wasserstoff-Ausrüsters tief im Minus. Genau diese Diskrepanz beschäftigt Marktbeobachter auch Wochen nach der Zahlenvorlage noch.
Zwischen Auftragsplus und Verlustlast
Die Quartalszahlen vom Juli, seither mit einem Kursrückgang von 3,9 Prozent quittiert, zeigten ein zweigeteiltes Bild: Der Auftragseingang stieg auf 230 Millionen norwegische Kronen, der Auftragsbestand erreichte 1,21 Milliarden Kronen.
Gleichzeitig sackte der Umsatz aus Kundenverträgen um 12 Prozent auf 153 Millionen Kronen ab, während sich der EBITDA-Verlust auf 155 Millionen Kronen ausweitete. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 189 Millionen Kronen, belastet auch durch eine Vergleichszahlung von 70 Millionen Kronen im Rechtsstreit mit Iwatani.
Medienberichten zufolge hält sich dieses Spannungsfeld hartnäckig in der Kommentierung: Der Sprung beim Auftragseingang wird zwar als positives Signal gewertet, doch die Übersetzung in eine tatsächliche operative Wende ist bislang ausgeblieben. Kommentare Mitte August verwiesen erneut auf den EBITDA-Fehlbetrag und betonten, dass sich daran trotz der besseren Auftragslage nichts geändert habe.
Kursziel-Kürzung als Belastungsfaktor
Zusätzlichen Gegenwind lieferte die Kürzung des Kursziels durch JPMorgan vor gut drei Wochen, das die Bank von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen zurücknahm und die Einstufung Neutral beibehielt. Seit diesem Schritt hat die Aktie um 2,0 Prozent nachgegeben.
Zusammen mit der EU-Förderentscheidung und dem Iwatani-Vergleich, die im selben Zeitraum jeweils nur moderate Kursausschläge von rund einem bis knapp drei Prozent nach unten auslösten, ergibt sich ein Bild schleichender, aber anhaltender Skepsis statt eines einzelnen Schockereignisses.
Nel selbst verweist auf laufende Arbeiten an neuen Elektrolyseur-Produkten und an Kostensenkungen, um die schwache operative Leistung zu drehen. Ob das gelingt, bleibt für Anleger die entscheidende Frage, denn der Auftragsbestand von gut 1,2 Milliarden Kronen liefert zwar eine gewisse Visibilität für kommende Quartale, sagt aber nichts darüber aus, wann daraus wieder profitables Wachstum wird.
Charttechnisch angeschlagen
Die Handelsdaten spiegeln die skeptische Grundstimmung wider: Der aktuelle Kurs von 0,1922 Euro liegt 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde. Zugleich notiert die Aktie mit einem RSI von 38,6 im neutralen bis leicht überverkauften Bereich, was auf fehlenden Verkaufsdruck, aber auch auf mangelnde Kaufimpulse hindeutet.
Solange sich die Verlustsituation nicht spürbar bessert, dürfte die Aktie in ihrer aktuellen Handelsspanne verharren. Der nächste Prüfstein für Anleger wird sein, ob sich der gestiegene Auftragseingang in den kommenden Quartalszahlen endlich in konkreten Umsatz- und Margenverbesserungen niederschlägt.
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