Nel ASA Aktie: 26,71 Prozent Monatsverlust
Nel-Aktie fällt weiter, während Wettbewerber wie Plug Power und FuelCell Energy ebenfalls starke Verluste verzeichnen. Neue Allianzen in Indien verschärfen den Wettbewerb.

- Nel-Aktie verliert 2,87 Prozent
- Wasserstoff-Branche insgesamt unter Druck
- FuelCell Energy plant Kapitalerhöhung
- Thyssenkrupp Nucera kooperiert in Indien
Nel ASA rutscht weiter ab. Die Aktie notiert heute bei 0,20 Euro, ein Minus von 2,87 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der schon seit Wochen anhält: Auf Monatssicht steht ein Verlust von 26,71 Prozent zu Buche.
Der Kursrutsch ist kein isoliertes Nel-Problem. Er trifft die gesamte Wasserstoff- und Ökostrom-Branche.
Wettbewerber brechen stärker ein
Plug Power verlor am 7. Juli 6,06 Prozent und fiel auf 2,48 Dollar. Das Unternehmen hatte gerade erst einen Auftrag über 50 Megawatt Elektrolyseur-Leistung für den Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien gesichert. Der Kurs reagierte trotzdem negativ. Analysten machen dafür einen breiteren Rückzug aus Tech-Werten und Gewinnmitnahmen im Grünenergie-Sektor verantwortlich.
Noch heftiger traf es FuelCell Energy. Die Aktie brach nachbörslich am 7. Juli um 15,4 Prozent ein. Der Auslöser: Das Unternehmen kündigte eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Dollar an, um die Fertigung auszubauen. Anleger fürchten nun eine stärkere Verwässerung ihrer Anteile. Die Aktion zeigt, wie teuer der Kapazitätsaufbau für Elektrolyseur-Hersteller aktuell wird.
Bloom Energy rundete das Bild ab. Die Aktie gab am gleichen Tag um 8,64 Prozent nach, nachdem Investoren nach einer kürzlich erweiterten Partnerschaft Gewinne mitnahmen.
Neue Allianzen verschärfen den Wettbewerb
Während die Kurse fallen, ordnet sich der Markt strategisch neu. Thyssenkrupp Nucera und der indische Staatskonzern Bharat Heavy Electricals (BHEL) unterzeichneten am 7. Juli eine Kooperationsvereinbarung. Ziel ist die gemeinsame Fertigung von alkalischen Elektrolyseur-Systemen für grüne Wasserstoffprojekte in Indien.
Die Partner wollen die Modul-Fertigung schrittweise nach Indien verlagern. Zusätzlich planen sie, gemeinsam an Ausschreibungen teilzunehmen. Kiran Joseph, Chef von Thyssenkrupp Nucera India, bezeichnete Indien als einen der wichtigsten Wachstumsmärkte des Unternehmens. Für Nel bedeutet das: Ein Kernmarkt der Zukunft bekommt einen starken lokalen Anbieter.
Technische Signale und langfristige Aussichten
Die Charttechnik zeichnet ein klar bärisches Bild. Der RSI liegt bei 34,6 und nähert sich der überverkauften Zone. Der Kurs notiert 23,48 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,27 Euro und auch unter der 200-Tage-Linie, die bei 0,22 Euro liegt.
Vom Jahreshoch bei 0,37 Euro, erreicht im Mai 2026, trennen die Aktie mittlerweile 44,46 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 0,17 Euro aus dem Februar ist dagegen nur noch 17,27 Prozent entfernt.
Die langfristigen Wachstumsprognosen für den Sektor bleiben davon unberührt. Ein aktueller Marktbericht erwartet, dass der globale Markt für alkalische Wasserelektrolyse von 240,51 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf rund 1.008,92 Milliarden Dollar bis 2034 wächst. Das entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von 19,63 Prozent. Nel Hydrogen gilt in diesem Segment weiterhin als wichtiger Player.
Marktbeobachter sehen den aktuellen Kursdruck weniger als Ausdruck unternehmensspezifischer Schwächen. Vielmehr belasten Liquiditätssorgen im gesamten Sektor und Negativmeldungen von Wettbewerbern die Stimmung. Zusätzlich diskutiert die Branche derzeit kritisch, ob bestimmte hybride Elektrolyseur-Systeme wirtschaftlich tragfähig sind – das Thema Wärmemanagement bei Großprojekten rückt dabei in den Fokus technischer Studien.
Am 15. Juli 2026 legt Nel seine Halbjahreszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das Unternehmen seinen Marktanteil gegen die wachsende Konkurrenz und neue lokale Fertigungsinitiativen in Schlüsselmärkten wie Indien verteidigen kann.
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