Nel ASA Aktie: 45% Rally ohne Analyst-Rückhalt
Nel-Aktie steigt trotz massivem Auftragsrückgang und möglicher Abschreibungen. Analysten bleiben skeptisch, Insider kaufen.

- Auftragseingang um 73 Prozent eingebrochen
- Analysten raten einhellig vom Kauf ab
- Bilanzielle Risiken durch stillgelegte Produktion
- Insider-Kauf signalisiert Management-Zuversicht
Starke Kursgewinne, schwache Fundamentaldaten— bei Nel ASA klaffen Realität und Marktstimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um gut 36 Prozent zu und markierte Anfang Mai ein 52-Wochen-Hoch bei 0,32 Euro. Inzwischen notiert das Papier wieder bei 0,26 Euro. Analysten trauen dem Aufschwung nicht.
Einbruch beim Auftragseingang
Der Grund für die Skepsis liegt in den jüngsten Quartalszahlen. Der Auftragseingang brach um 73 Prozent auf 85 Millionen norwegische Kronen ein. Parallel dazu schrumpfte der Orderbestand spürbar auf gut 1,1 Milliarden Kronen.
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Beim Umsatz verzeichnete der Wasserstoff-Spezialist einen Rückgang auf 152 Millionen Kronen. Immerhin verringerte sich der Nettoverlust auf 144 Millionen Kronen. Hier halfen Kostensenkungen: Das Unternehmen strich rund ein Viertel der Stellen und drückte die Personalausgaben.
Die Experten reagieren entsprechend verhalten. Kein einziger Analyst empfiehlt die Aktie derzeit zum Kauf. Berenberg-Experte James Carmichael senkte sein Kursziel auf 2,30 Kronen und verwies auf den anhaltend schwachen Auftragsfluss. Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street liegt bei lediglich 2,14 Kronen.
Bilanzrisiko in Herøya
Ein weiteres Risiko schlummert in der Bilanz. Das Management prüft aktuell den Buchwert von zwei stillgelegten Produktionslinien im norwegischen Herøya. Die Anlagen für atmosphärische Alkali-Elektrolyseure sind technologisch überholt, da Nel den Fokus auf eine neue Druckalkali-Plattform legt. Eine Abschreibung würde die Finanzen weiter belasten, nachdem bereits im Vorjahr hohe Wertberichtigungen anfielen.
Trotz der operativen Schwäche sendet das Management Zuversicht. Verwaltungsratschef Arvid Moss kaufte kurz nach der Zahlenvorlage 100.000 Aktien. Der Durchschnittspreis lag bei 2,25 Kronen. Obendrein meldete die PEM-Sparte nach Quartalsende frische Verträge im Wert von rund sieben Millionen US-Dollar pro Stück. Einer der Käufer ist ein öffentlicher Versorger im US-Bundesstaat Washington, der die Anlage zur Netzstabilisierung einsetzen will.
Rückenwind kommt auch von politischer Seite. Anfang Mai startete die öffentliche Konsultation für die BarMar-Pipeline. Das Projekt soll Barcelona mit Südfrankreich verbinden und bis 2030 jährlich zwei Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff transportieren.
Am 15. Juli präsentiert Nel die Ergebnisse für das erste Halbjahr. Dann muss das Management belegen, ob die neue Druckalkali-Plattform tatsächliche Bestellungen generiert. Bis dahin bleibt die ausstehende Entscheidung über die Herøya-Abschreibung ein konkreter Belastungsfaktor für die Aktie.
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