Nel ASA Aktie: 73-Prozent-Auftragseinbruch im Q1

Nel ASA kämpft mit rückläufigen Aufträgen, Führungswechsel und Kursverlusten. Analysten senken die Kursziele für den Wasserstoffspezialisten.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
  • CEO Håkon Volldal kündigt Abgang an
  • Aktie verliert fast 40 Prozent seit Mai-Hoch
  • Liquide Mittel und EU-Förderung vorhanden

Ein Einbruch beim Auftragseingang, ein scheidender Chef und technischer Druck — Nel ASA kämpft gerade an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Aktie des norwegischen Wasserstoffspezialisten verliert am Donnerstag rund 2,6 Prozent und notiert bei 0,22 Euro. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf fast 24 Prozent.

Auftragseinbruch alarmiert Analysten

Der eigentliche Auslöser liegt im ersten Quartal 2026. Nel meldete einen Rückgang beim Auftragseingang um 73 Prozent auf umgerechnet rund 85 Millionen Norwegische Kronen. Das ist kein kleines Ausrutscher — das ist ein Signal, das Berenberg und Citigroup veranlasste, ihre Kursziele nach unten zu revidieren.

Hinzu kommt der angekündigte Abgang von CEO Håkon Volldal. Er verlässt das Unternehmen Ende 2026. Der Übergang ist zwar nicht abrupt, aber Anleger preisen das Risiko einer Führungslücke bereits ein. Kein Wunder, dass die Stimmung gedrückt bleibt.

Technische Lage: Knapp über dem Boden

Der RSI liegt bei 36,4 — nahe an überverkauftem Terrain, aber noch ohne klares Umkehrsignal. Interessant ist die Position zur 200-Tage-Linie: Nel handelt mit rund vier Prozent Abstand darüber, bei einem Kurs von 0,21 Euro. Fällt die Aktie unter diesen Wert, wäre das ein weiteres Warnsignal für den langfristigen Trend.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro — erreicht erst Ende Mai — ist Nel inzwischen fast 40 Prozent entfernt. Der Absturz kam schnell.

Kapital vorhanden, Aufträge fehlen

Nel ist nicht ohne Mittel. Das Unternehmen hält liquide Mittel von 1,4 Milliarden Norwegischen Kronen. Ferner hat die EU bis zu 135 Millionen Euro an Fördergeldern zugesagt, um den industriellen Ausbau zu unterstützen.

Technologisch setzt Nel auf eine neue alkalische Druckelektrolyse-Plattform. Das Ziel: Kosten unter 1.450 Dollar pro Kilowatt. Das würde grünen Wasserstoff wettbewerbsfähiger machen. Parallel belebt sich der internationale Markt — Brasilien schrieb Mitte Juni eine Ausschreibung über rund 27 Millionen Dollar für heimische Elektrolyseure aus, Norwegen fördert Flüssigwasserstoff-Projekte mit über 344 Millionen Kronen.

Das Problem: Alle langfristigen Impulse helfen wenig, solange der Auftragseingang nicht dreht. Genau das wird Nel im zweiten Quartal beweisen müssen.

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