Nel ASA Aktie: 73 Prozent weniger Auftragseingang im Q1

Nel-Aktie fällt nach zwischenzeitlichen Gewinnen wieder zurück. Fehlende Unternehmensmeldungen und schwache Auftragslage belasten die Kursentwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Nel-Aktie dreht ins Minus
  • Auftragseingang sinkt drastisch
  • Keine neuen Unternehmensmeldungen
  • Bilanzzahlen bleiben defizitär

Nel ASA erlebte am Mittwoch eine bezeichnende Kehrtwende. Nach einem starken Wasserstoff-Sektor-Rebound am Dienstag drehte die norwegische Elektrolyseur-Aktie am Mittwochnachmittag ins Minus. Die Botschaft für Anleger ist eindeutig: Ohne frische Firmenmeldungen bleibt die Luft nach oben begrenzt.

Am Nachmittag notierte die Nel-Aktie auf Tradegate bei 0,334 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent – nachdem sie am Mittag noch 1,2 Prozent im Plus gelegen hatte. Am Vortag hatte die Aktie in Oslo mit einem Plus von 1,54 Prozent geschlossen. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 0,36 Euro schrumpft damit auf gut drei Prozent, der RSI liegt bei 49,9 – neutral.

Nel hinkt den Wettbewerbern hinterher

Die jüngste Wasserstoff-Rally ist selektiv. Nel hat in drei Monaten fast 70 Prozent zugelegt. ITM Power, Ballard Power und Plug Power verzeichneten mit rund 164, 163 und 105 Prozent mehr als doppelt so starke Zuwächse. Das relative Schwächebild ist kein Zufall.

Hinzu kommt die schwankende Auftragslage. Im ersten Quartal sank der Auftragseingang um 73 Prozent auf 85 Millionen norwegische Kronen. Der Auftragsbestand fiel um 24 Prozent auf 1,1 Milliarden Kronen – der niedrigste Stand seit Jahren.

Keine neuen Impulse vom Unternehmen

Die Kursbewegung erfolgte ohne frische Unternehmensmeldung. Die letzte relevante Nachricht war der Start der kommerziellen Vermarktung der neuen Druckalkalysatoren-Plattform am 6. Mai. Nel verspricht damit Vollkosten unter 1.450 Dollar pro Kilowatt für eine 25-Megawatt-Anlage bei 30 bar und 99,99 Prozent Reinheit. Die Industrialisierung am Standort Herøya läuft mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt pro Jahr, langfristig sollen vier Gigawatt erreicht werden – unterstützt durch einen EU-Innovationsfonds-Zuschuss von bis zu 135 Millionen Euro.

Bilanzzahlen bleiben angespannt

Die Basis bleibt das Q1-Ergebnis vom 22. April. Der Umsatz fiel um fünf Prozent auf 148 Millionen Kronen, der operative Verlust (EBITDA) verbesserte sich von –115 auf –100 Millionen Kronen. Der Nettoverlust lag bei 144 Millionen Kronen.

Solange diese Kennzahlen nicht nachhaltig in die schwarzen Zahlen drehen, bleibt die Aktie ein Spielball der Sektorstimmung. Die nächste Bewährung kommt mit den Halbjahreszahlen. Zeigen sie, dass die neue Plattform Aufträge bringt, kann das Narrativ neu geschrieben werden. Bis dahin dominiert die Volatilität.

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