Nel ASA Aktie: 7,5 Millionen Dollar für Iwatani-Vergleich
Nel ASA verliert über fünf Prozent, während der gesamte Wasserstoffsektor unter Druck gerät. Ein Vergleich mit Iwatani belastet zusätzlich.

- Nel-Aktie fällt um mehr als fünf Prozent
- Gesamter Wasserstoffsektor zeigt Schwäche
- Vergleich mit Iwatani kostet 7,5 Millionen Dollar
- Langfristige Nachfrage nach grünem Wasserstoff bleibt
Der Kurs von Nel ASA gibt nach. Am Dienstag verlor die Aktie des norwegischen Elektrolyseur-Herstellers mehr als fünf Prozent und schloss bei rund 0,26 Euro. Kein Einzelfall — der gesamte europäische Wasserstoffsektor steht unter Druck.
Branchenweite Schwäche
Nel ASA ist nicht allein. Auch der britische Wettbewerber ITM Power hat zuletzt deutlich korrigiert. Nach einer Rally von rund 0,70 Euro auf ein Hoch von 2,50 Euro zwischen April und Mai 2026 notieren die Aktien nun bei etwa 1,59 Euro. Andere Cleantech-Unternehmen wie dynaCERT laufen dagegen besser: Sie verzeichnen 2026 bislang ein Plus von rund 20 Prozent.
Die Bewertungen von Elektrolyseur-Herstellern stehen offenbar erneut auf dem Prüfstand. Anleger fragen sich, ob die Kursrückgänge eine gesunde Korrektur nach überzogenen Erwartungen sind — oder ob strukturelle Probleme dahinterstecken.
Vergleich: Iwatani-Vergleich kostet Geld
Hinzu kommt eine konkrete Belastung für Nel ASA. Am 7. Juni 2026 einigte sich das Unternehmen mit der Iwatani Corporation of America auf einen Vergleich in einem langjährigen Rechtsstreit. Nel zahlt 7,5 Millionen US-Dollar. Das beseitigt zwar das Prozessrisiko, fällt aber in eine Phase technischer Kursschwäche.
Langfristige Nachfrage bleibt intakt
Das kurzfristige Bild steht in starkem Kontrast zur industriellen Realität. In Deutschland haben EWE und Salzgitter Flachstahl GmbH einen langfristigen Liefervertrag für jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff geschlossen. Lieferungen sollen ab 2030 starten.
EWE plant dafür einen 320-Megawatt-Elektrolyseur in Emden — Teil des Projekts „Clean Hydrogen Coastline“. Der Bund unterstützt das Vorhaben mit erheblichen Mitteln: Salzgitter erhält 925 Millionen Euro, EWE 267 Millionen Euro.
Diese Größenordnung zeigt, wie ernst die Industrie den Hochlauf der Elektrolysekapazitäten nimmt. Die Aktienmärkte preisen das derzeit anders — die Schere zwischen langfristigen Infrastrukturplänen und kurzfristiger Kursentwicklung bleibt weit geöffnet.
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