Nel ASA Aktie: Analyst senkt Einstufung auf Add
AlphaValue/Baader Europe stuft Nel ASA auf Add herab; höhere Bestellungen treffen auf rückläufige Erlöse und einen größeren Nettoverlust.

- Kursziel fällt auf 2,38 NOK
- Umsatz sinkt um 63 Prozent
- Auftragseingang steigt um 339 Prozent
- Lieferung eines US-Auftrags für 2027 erwartet
AlphaValue/Baader Europe hat die Einschätzung für Nel ASA am Freitag von „Buy“ auf „Add“ zurückgenommen. Zugleich sank das Kursziel deutlich. Die Analystenaktion rückt damit eine vorsichtigere Bewertung in den Vordergrund: Der kräftigere Auftragseingang reicht nicht aus, um die Schwäche des laufenden Geschäfts auszublenden.
Medienberichten zufolge liegt das neue Kursziel bei 2,38 NOK nach zuvor 3,82 NOK. Das Haus hat damit sowohl seine Empfehlung als auch die Zielmarke zurückgenommen. Eine Verkaufsempfehlung ist die neue Einstufung allerdings nicht.
Umsatzschwäche begrenzt den Optimismus
Den wirtschaftlichen Hintergrund liefern die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen. Nel meldete Erlöse aus Kundenverträgen von 112 Millionen NOK. Das entspricht einem Rückgang um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust weitete sich auf 141 Millionen NOK aus.
Damit stehen sich zwei unterschiedliche Entwicklungen gegenüber: Das laufende Geschäft liefert deutlich weniger Umsatz, während neue Bestellungen zunehmen. Für Anleger ist diese Trennung entscheidend. Ein höherer Auftragseingang verbessert die Perspektive, ersetzt aber keine bereits erzielten Erlöse.
Das EBITDA lag im dritten Quartal 2026 bei minus 93 Millionen NOK. Zum Quartalsende verfügte Nel über liquide Mittel von 1.078 Millionen NOK. Die Liquiditätsposition steht damit neben einem weiterhin negativen operativen Ergebnis.
Die jüngste Analystenaktion lässt sich deshalb als vorsichtigeres Bewertungssignal einordnen. Sie ist allerdings keine Aussage darüber, wann Nel seine Erlöse wieder steigern oder die Verlustzone verlassen kann.
Aufträge stützen die Perspektive
Auf der Bestellseite fiel die Entwicklung deutlich freundlicher aus. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahr um 339 Prozent auf 253 Millionen NOK. Der Auftragsbestand erreichte 1.314 Millionen NOK.
Diese Entwicklung bildet das Gegengewicht zur Umsatzschwäche. Sie zeigt eine größere Basis für künftige Lieferungen, ist aber nicht mit einer entsprechenden Verbesserung des laufenden Ergebnisses gleichzusetzen.
Der Auftragsbestand wuchs gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent. Zusätzlich meldete Nel am Dienstag einen Auftrag über rund 12 Millionen USD für mehrere containerisierte PEM-Elektrolyseure und zugehörige Dienstleistungen. Die Lieferung wird für 2027 erwartet.
Der Auftrag stammt von einem nicht genannten globalen Technologieunternehmen mit Sitz in den USA. Er konkretisiert die Nachfrage nach Nels Technik, trägt wegen des erwarteten Lieferzeitpunkts aber nicht zur Erklärung der bereits veröffentlichten Quartalserlöse bei.
Für die Aktie ergibt sich daraus ein klarer Bewertungsmaßstab: Entscheidend ist nicht allein, ob Nel weitere Bestellungen gewinnt. Die größere Auftragsbasis muss sich auch im Geschäft niederschlagen. Die Kurszielsenkung vom Freitag unterstreicht, dass ein stärkeres Bestellbild und ein schwaches Ergebnis gleichzeitig bestehen können.
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