Nel ASA Aktie: Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
Nel-Aktie profitiert von neuer Produktplattform, während stillgelegte Anlagen in Herøya weitere Abschreibungen drohen.

- Neue druckalkalische Plattform eingeführt
- Altanlagen in Herøya unter Prüfung
- Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
- EU-Zuschuss von 135 Millionen Euro erwartet
Nel startet mit Rückenwind in die neue Börsenwoche. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,30 Euro und gewann 5,82 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 56,49 Prozent zu Buche.
Der Kurs spiegelt die Hoffnung auf eine neue Produktgeneration. Er überdeckt aber ein heikles Thema in der Bilanz. Am Standort Herøya stehen alte Produktionsanlagen zur Prüfung.
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Altanlagen könnten belasten
Nel prüft zwei stillgelegte Produktionslinien für atmosphärische alkalische Elektrolyseure. Jede Linie kommt auf 500 Megawatt Kapazität. Das Management muss entscheiden, ob die Anlagen reaktiviert, verkauft oder endgültig geschlossen werden.
Das Thema ist nicht kosmetisch. Nel beendete das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoverlust von 1,27 Milliarden NOK. Darin steckte bereits eine Wertminderung von 799 Millionen NOK auf Produktionsanlagen und immaterielle Werte.
Weitere nicht zahlungswirksame Abschreibungen sind möglich. Das wäre kein Mittelabfluss, würde aber Ergebnis und Bilanz erneut belasten. Genau deshalb bleibt Herøya der wunde Punkt der aktuellen Rally.
Neue Plattform treibt die Hoffnung
Der operative Lichtblick ist die neue druckalkalische Elektrolyseur-Plattform. Nel brachte sie am 6. Mai 2026 kommerziell auf den Markt. Das System soll Wasserstoffprojekte vereinfachen und die Kostenstruktur deutlich verbessern.
Nach Unternehmensangaben kann die Plattform die System-CAPEX um 40 bis 60 Prozent senken. Sie soll Projektlaufzeiten verkürzen und Ausführungsrisiken reduzieren. Das ist wichtig, weil viele Wasserstoffprojekte bislang an Kosten und Komplexität scheitern.
Die Industrialisierung stützt sich auf eine finale Investitionsentscheidung vom Dezember 2025. In Herøya soll damit eine Kapazität von bis zu 1 Gigawatt pro Jahr entstehen. Der Fahrplan sieht später eine Skalierung auf 4 Gigawatt vor.
Zahlen bleiben schwach
Die jüngsten Finanzdaten bremsen den Optimismus. Im ersten Quartal 2026 erzielte Nel Kundenerlöse von 148 Millionen NOK. Das waren 5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Der Verlust fiel zwar geringer aus. Profitabel ist das Geschäft aber weiter nicht. Die neue Plattform muss daher schnell zeigen, dass sie nicht nur technisch überzeugt.
Besonders schwach sah der Auftragseingang aus. Neue Bestellungen brachen um 73 Prozent auf 85 Millionen NOK ein. Der Auftragsbestand sank auf rund 1,1 Milliarden NOK.
Ein kurzfristiger Finanzimpuls könnte aus Brüssel kommen. Nel erwartet im laufenden Quartal rund 11 Millionen Euro als erste Tranche eines möglichen EU-Zuschusses von 135 Millionen Euro. Das Programm deckt bis zu 60 Prozent der förderfähigen Industrialisierungskosten ab.
Die Bewertung bleibt damit umstritten. In Oslo endete die Aktie zuletzt bei 3,22 NOK, während das Konsenskursziel bei 2,14 NOK liegt. Das durchschnittliche Analystenurteil lautet „Sell“.
Der nächste harte Termin ist der Halbjahresbericht am 15. Juli. Bis dahin zählen zwei Punkte: ein Update zu den Herøya-Altanlagen und feste Aufträge für die neue Plattform, vor allem aus Projekten im Bereich von 50 bis 150 Megawatt.
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