Nel ASA Aktie: Auftragseingang explodiert um 224 Prozent
Nel ASA meldet im zweiten Quartal weniger Umsatz und einen höheren Verlust, während neue Aufträge und der PEM-Auftragsbestand deutlich zulegten.

- Umsatz sinkt auf 153 Millionen NOK
- EBITDA-Verlust steigt auf 155 Millionen NOK
- Neue Aufträge erreichen 230 Millionen NOK
- PEM-Lösungen prägen den Auftragseingang
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA zeigt im aktuellen Geschäftsjahr ein zweigeteiltes Bild. Während das Unternehmen bei den Erlösen Federn lassen musste, verzeichnete es beim Eingang neuer Aufträge einen deutlichen Sprung nach oben. Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal verdeutlichen die Herausforderungen beim Hochlauf der Elektrolyse-Produktion in einem volatilen Marktumfeld.
Operative Belastungen und Umsatzrückgang
Im zweiten Quartal 2026 sanken die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 % auf 153 Millionen Norwegische Kronen (NOK). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich von minus 86 Millionen NOK im Vorjahresquartal auf minus 155 Millionen NOK. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 189 Millionen NOK.
Der Aktienkurs von Nel ASA steht am heutigen Montag bei 0,1934 € und verzeichnet damit ein Minus von 1,3 %. Damit notiert das Papier rund 47 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Die finanzielle Performance des abgelaufenen Quartals war maßgeblich durch eine Einmalzahlung belastet: Ein rechtlicher Vergleich mit der Iwatani Corporation of America in Höhe von 7,5 Millionen US-Dollar drückte das EBITDA mit rund 70 Millionen NOK. Nach Unternehmensangaben eliminiert diese Einigung künftige Rechtskosten und mindert die Prozessrisiken in den USA.
PEM-Technologie treibt Auftragsbestand
Trotz der schwächeren Umsatzentwicklung konnte Nel ASA bei der Akquise neuer Projekte punkten. Der Auftragseingang kletterte im zweiten Quartal auf 230 Millionen NOK, was einem Zuwachs von 171 % gegenüber dem Vorquartal und einem Plus von 224 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die PEM-Technologie (Protonenaustauschmembran), die für 96 % der neuen Aufträge verantwortlich zeichnete.
Dieser Zuwachs stärkte den Auftragsbestand für PEM-Lösungen auf 990 Millionen NOK. Insgesamt belief sich der Auftragsbestand zum Ende des zweiten Quartals auf 1.213 Millionen NOK, ein Anstieg von 9 % gegenüber dem ersten Quartal 2026. Zur Unterstützung der technologischen Weiterentwicklung erhielt das Unternehmen zudem eine EU-Förderung in Höhe von 118 Millionen NOK, die zweckgebunden für die Kommerzialisierung der nächsten Generation druckbeaufschlagter alkalischer Elektrolyseure (PA-Series) eingesetzt wird.
Führungswechsel und Insider-Vertrauen
In der Führungsebene des Unternehmens steht eine Zäsur bevor. CEO Håkon Volldal hat vor über zwei Monaten seinen Rücktritt angekündigt, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Er führt die Geschäfte während seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist weiter, während der Verwaltungsrat die Suche nach einer Nachfolge eingeleitet hat. Volldal hatte im Mai noch den kommerziellen Start der neuen PA-Series-Plattform mit Partnern und Kunden vollzogen.
Ein Signal des Vertrauens kam bereits Ende April von der Spitze des Kontrollgremiums: Der Verwaltungsratsvorsitzende Arvid Moss erwarb 100.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 2,2547 NOK. Damit erhöhte er seinen Bestand auf insgesamt 100.000 Anteile. Ob die positive Dynamik beim Auftragseingang ausreicht, um die Profitabilität nachhaltig zu verbessern, bleibt die Kernfrage für die kommenden Berichtsperioden.
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