Nel ASA Aktie: Auftragseingang springt bei PEM

Nel ASA verzeichnet im zweiten Quartal weniger Umsatz und ein höheres EBITDA-Defizit, während PEM-Aufträge und Auftragsbestand zulegen.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz sinkt im zweiten Quartal
  • EBITDA-Verlust auf 155 Millionen NOK
  • PEM-Aufträge steigen um 171 Prozent
  • Barmittel erreichen 1.328 Millionen NOK

Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA zeigt im laufenden Geschäftsjahr ein gespaltenes Bild. Während das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang der Umsatzerlöse kämpft, signalisiert ein massiver Sprung beim Auftragseingang neues Potenzial für die kommenden Quartale. Vor allem die technologische Fokussierung auf die PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane) treibt derzeit die Geschäftsentwicklung an.

Kontrastreiches zweites Quartal

In seinem Bericht zum zweiten Quartal 2026 wies Nel ASA Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 153 Millionen NOK aus. Dies entspricht einem Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Trotz dieses Rückgangs auf Jahressicht konnte das Unternehmen gegenüber dem ersten Quartal 2026 ein leichtes Plus von 5 Millionen NOK verzeichnen. Die Ertragslage blieb jedoch belastet: Das EBITDA belief sich auf minus 155 Millionen NOK, nach minus 86 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum.

Ein wesentlicher Faktor für das schwächere Ergebnis war eine einmalige Belastung. Ein rechtlicher Vergleich mit dem Unternehmen Iwatani drückte das operative Ergebnis vor Abschreibungen mit 70 Millionen NOK ins Minus. Ohne diesen Sondereffekt hätte sich das Defizit auf einem deutlich niedrigeren Niveau bewegt.

Das Management reagierte bereits auf die schwierigen Marktbedingungen und leitete Maßnahmen zur Kostensenkung sowie Kapazitätsanpassungen ein. In diesem Zuge wurde die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent reduziert.

PEM-Technologie als Wachstumstreiber

Ein Lichtblick in der Bilanz ist die Entwicklung der Neuaufträge. Der gesamte Auftragseingang erreichte im zweiten Quartal 230 Millionen NOK. Dies markiert eine Steigerung von 171 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein Plus von 224 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage konzentriert sich dabei fast ausschließlich auf ein Segment: Die PEM-Technologie machte 96 Prozent des gesamten Auftragseingangs aus.

In der Folge wuchs der Auftragsbestand für PEM-Lösungen um 147 Millionen NOK auf insgesamt 990 Millionen NOK an. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns lag zum Ende des zweiten Quartals bei 1.213 Millionen NOK. Dies entspricht einem Zuwachs von 9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und liegt nur noch knapp 3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung großskalierter Elektrolyse-Projekte für die Strategie der Norweger.

Effizienzsteigerung und technologische Neuausrichtung

Neben der PEM-Sparte setzt Nel ASA verstärkt auf die Weiterentwicklung seiner alkalischen Elektrolyseure. Bereits Anfang Mai wurde die neue Druck-Alkali-Plattform, die sogenannte PA-Serie, vorgestellt. Das Unternehmen erhielt in diesem Zusammenhang eine Förderung der Europäischen Union in Höhe von 118 Millionen NOK, die gezielt die Kommerzialisierung dieser nächsten Generation von Elektrolyseuren unterstützen soll.

Finanziell sieht sich das Unternehmen trotz der operativen Verluste für die nähere Zukunft gerüstet. CFO Kjell Christian Bjørnsen betonte, dass Nel ASA über eine solide Cash-Position verfüge. Zum Ende des zweiten Quartals beliefen sich die Barmittel auf 1.328 Millionen NOK. Laut Bjørnsen bestehe derzeit keine dringende Notwendigkeit für Kapitalmaßnahmen, wenngleich man die Position künftig genau beobachten und bei Bedarf reagieren werde.

Marktlage und Ausblick

An der Börse spiegelt sich die Mischung aus operativen Verlusten und langfristiger Hoffnung in einer volatilen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert derzeit bei 0,1902 € und damit 1,2 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Im Vergleich zum 200-Tage-Durchschnitt besteht aktuell ein Abstand von minus 11 Prozent.

Anleger blicken nun verstärkt darauf, ob die hohen Auftragseingänge zeitnah in steigende Umsätze umgemünzt werden können. Das Papier ist momentan weit von früheren Höchstständen entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 € klafft derzeit eine Lücke von 48 Prozent.

Die Stabilisierung der Margen und die erfolgreiche Skalierung der neuen PA-Serie dürften in den kommenden Monaten die entscheidenden Faktoren für die weitere Bewertung des Unternehmens bleiben.

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