Nel ASA Aktie: Auftragseingang steigt um 224 Prozent
Nel ASA verzeichnet starkes PEM-Auftragswachstum, kämpft aber weiterhin mit roten Zahlen und sinkenden Liquiditätsreserven.

- PEM-Aufträge steigen um 224 Prozent
- Neue PA-Series-Plattform gelauncht
- EBITDA rutscht auf minus 155 Mio. Kronen
- Cash-Bestand sinkt auf 1,3 Mrd. Kronen
Vor knapp einem Monat legte Nel ASA seine Zahlen für das zweite Quartal vor, seither hat sich die Aktie kaum bewegt. Doch hinter der Kursberuhigung verbirgt sich eine Entwicklung, die für die künftige Auftragslage des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten entscheidend sein dürfte: die Dynamik bei der PEM-Technologie.
Auftragseingang zieht deutlich an
Im zweiten Quartal erreichte der Auftragseingang von Nel ASA 230 Millionen norwegische Kronen – ein Plus von 224 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bemerkenswert dabei: PEM-Systeme machten 96 Prozent dieser neuen Aufträge aus. Der Auftragsbestand kletterte im Quartalsvergleich um 9 Prozent auf 1.213 Millionen Kronen, blieb aber gegenüber dem Vorjahr noch um 3 Prozent im Minus.
Ein konkretes Beispiel für diesen Trend lieferte die US-Tochter Nel Hydrogen US bereits im April: Ein Versorgungsunternehmen in den USA bestellte PEM-Elektrolyseur-Ausrüstung im Gegenwert von rund 7 Millionen US-Dollar für die Wasserstoffproduktion. Solche Einzelaufträge zeigen, dass die PEM-Sparte trotz eines insgesamt schrumpfenden Konzernumsatzes Zugkraft entwickelt.
Verluste bleiben, Cash-Polster schmilzt
Die Kehrseite der Medaille bleibt die Ertragslage. Der Konzernumsatz aus Kundenverträgen sank im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 153 Millionen Kronen, das EBITDA rutschte auf minus 155 Millionen Kronen ab – belastet auch durch eine Belastung von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit der Beilegung eines Streitfalls mit dem Partner Iwatani. Die Barmittel schmolzen binnen Jahresfrist von 1.928 auf 1.328 Millionen Kronen.
Der Kurs der Aktie notierte am Freitag bei 0,2025 Euro und liegt damit rund 5,5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass der Markt die operative Schwäche trotz des starken PEM-Auftragseingangs noch nicht honoriert.
Neue Plattform soll Wende bringen
Parallel zum PEM-Geschäft treibt Nel ASA seine nächste Elektrolyseur-Generation voran. Nach mehr als acht Jahren Entwicklungsarbeit und erfolgreichen Prototyp-Tests am Standort Herøya launchte das Unternehmen im Mai die neue druckbeaufschlagte alkalische Plattform PA-Series. Das Management bezeichnete die kommerzielle Einführung als wichtigen Wachstumstreiber und bestätigte im Juli, dass die Prototyp-Tests weiterhin ermutigend verlaufen.
Ob der PEM-Rückenwind ausreicht, um die anhaltenden operativen Verluste zu kompensieren, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich der Auftragsschub aus dem PEM-Segment in den kommenden Monaten in den Konzernzahlen niederschlägt – oder ob die Kombination aus sinkendem Umsatz und schrumpfendem Cash-Polster die Erholungsgeschichte weiter belastet.
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