Nel ASA Aktie: Ausbau im Fokus

Der Wasserstoffpionier Nel treibt den Ausbau seines Werks in Herøya voran, um die Produktionskosten zu senken. Trotz EU-Förderung notiert die Aktie nahe historischer Tiefs.

Die Kernpunkte:
  • Investitionsentscheidung für neues Werk in Norwegen
  • EU-Förderung von bis zu 135 Millionen Euro
  • Aktienkurs bewegt sich nahe Jahrestiefs
  • Fokus auf Umsetzung und Kostensenkung 2026

Nel startet in die erste volle Handelswoche des neuen Jahres mit einer klaren strategischen Weichenstellung, aber einem weiter gedrückten Kurs. Trotz bestätigter Ausbaupläne für das Werk in Herøya notiert die Aktie nahe historischer Tiefstände um 2,32 NOK. Die zentrale Frage: Reichen Technologie- und Kapazitätssprung, um mittelfristig wieder Vertrauen in das Papier zu bringen?

Kurslage und Sektorumfeld

Die Aktie wird an der Börse in Oslo derzeit bei rund 2,32 NOK (etwa 0,19 Euro) gehandelt. Der Titel kommt trotz operativer Fortschritte kaum vom Fleck und bewegt sich in der Nähe der Tiefststände der vergangenen zwölf Monate.

Belastend wirkt das schwache Sentiment für den Wasserstoffsektor insgesamt. Hohe Zinsen und langsamer als erwartet anlaufende Projekte im Bereich grüner Wasserstoff bremsen die Risikobereitschaft vieler Anleger. Diese Zurückhaltung spiegelt sich in der aktuellen Marktbewertung wider.

Herøya-Entscheidung als Kernprojekt

Operativ dominiert die endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) für das Werk in Herøya in Norwegen den Ausblick auf 2026. Nel will dort seine „Next Generation Pressurized Alkaline“-Technologie in die industrielle Produktion überführen und sich damit von bisherigen atmosphärischen Anlagen lösen.

Wesentliche Eckpunkte der Expansion:

  • Kapazität: Aufbau von bis zu 1 GW Produktionskapazität
  • Förderung: EU-Zuschuss von bis zu 135 Mio. Euro über den Innovation Fund
  • Zeitplan: Kommerzieller Start in der ersten Jahreshälfte 2026, Skalierung der Auslieferungen ab 2027
  • Investitionsvolumen: Rund 300 Mio. NOK für die anfängliche 1-GW-Kapazität (vor Förderabzug)

Mit dem Schritt verbindet Nel das Ziel, die Herstellkosten von grünem Wasserstoff (Levelized Cost of Hydrogen, LCOH) spürbar zu senken. Das neue, druckbasierte System soll effizienter arbeiten und die bisherigen Linien ersetzen.

Finanzielle Auswirkungen

An der Börse ist der Strategiewechsel bislang nicht in eine nachhaltige Kurserholung gemündet. Die Diskrepanz zwischen langfristiger Industrialogik und aktueller Bewertung bleibt damit deutlich sichtbar.

Finanzielle Schwerpunkte der kommenden Jahre:

  • Umsatzrealisierung: 2026 rückt die Umsetzung des Herøya-Ausbaus in den Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, ob Nel den bestehenden Auftragsbestand zügig und profitabel in Umsatz umwandeln kann.
  • Kostenstruktur: Die neue Plattform ist darauf ausgelegt, den Kapitalbedarf (CAPEX) je Einheit zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. Damit adressiert Nel einen der zentralen Kritikpunkte an grünem Wasserstoff: die Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber fossilen Alternativen.
  • Liquidität: Der EU-Zuschuss als nicht verwässernde Finanzierung entlastet die Bilanz während des Investitionszyklus 2026/2027. Zusätzliche Kapitalmaßnahmen werden damit zumindest teilweise abgefedert.

Technisches Bild

Charttechnisch konsolidiert die Aktie in der Nähe ihrer 52-Wochen-Tiefs. Der Bereich um 2,30 NOK fungiert aktuell als wichtige Unterstützungszone. Ein Bruch dieser Marke könnte den bestehenden Abwärtstrend bestätigen, eine Stabilisierung hier wäre ein erstes Signal für eine Bodenbildung.

Auffällig ist das verhaltene Kursverhalten nach der Herøya-Entscheidung. Das bleibt ein Hinweis darauf, dass ein Großteil der Wachstumsperspektive bereits eingepreist sein könnte und der Markt nun vor allem auf harte Belege für bessere Margen und einen stabilen Auftragseingang wartet.

Ausblick auf 2026

Für Nel zeichnet sich 2026 als klassisches „Umsetzungsjahr“ ab: Technologie und Finanzierung sind im Wesentlichen gesichert, nun rückt die operative Durchführung in den Vordergrund. Im Fokus stehen dabei der termingerechte Ausbau in Herøya, die Erreichung der Effizienzziele der neuen Plattform und die Geschwindigkeit, mit der Projekte im Markt für grünen Wasserstoff tatsächlich in Bestellungen und Umsätze münden.

Konkrete Bewertungsspielräume dürften sich vor allem an Meilensteinen wie dem kommerziellen Start der neuen Systeme in der ersten Jahreshälfte 2026 und der weiteren Fortschrittskommunikation zum Hochlauf Richtung 2027 orientieren.

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