Nel ASA Aktie: Douglas County sichert ersten Großauftrag

Nel-Aktie steigt um 57 Prozent, doch Analysten bleiben skeptisch und raten mehrheitlich zum Verkauf.

Die Kernpunkte:
  • Aktie seit Jahresbeginn um 57 Prozent gestiegen
  • Analysten mehrheitlich mit Verkaufsempfehlung
  • Neue Elektrolyseur-Generation vorgestellt
  • Erster Auftrag von öffentlichem Versorger

Grüner Wasserstoff als Stromquelle für KI-Rechenzentren — diese Erzählung hat Nel ASA in wenigen Monaten aus dem Tief gerissen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 57 Prozent zugelegt. Das Problem: Die Analysten folgen der Euphorie nicht.

Der aktuelle Kurs von 0,30 Euro liegt bereits nahe am 52-Wochen-Hoch von 0,32 Euro, das Anfang Mai markiert wurde. Gegenüber dem Märztief von 0,18 Euro entspricht das einem Plus von über 68 Prozent — getrieben weniger von Unternehmensfortschritten als von sektorweiter Stimmung. Investoren interpretierten starke Ergebnisse amerikanischer Wasserstoffwettbewerber als Bestätigung, dass grüner Wasserstoff im KI-Infrastrukturboom eine Rolle spielen könnte. Nel profitierte davon, ebenso wie die europäischen Peers ITM Power und Ceres Power.

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Analysten bleiben bei Verkaufsempfehlung

Die Profi-Einschätzungen sprechen eine andere Sprache. Sieben Analysten empfehlen den Verkauf der Aktie, keiner rät zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,12 NOK — weit unter dem aktuellen Handelsniveau von 3,22 NOK an der Heimatbörse Oslo. Berenberg-Analyst James Carmichael senkte sein Ziel zuletzt auf 2,30 NOK und verwies auf anhaltend schwache Auftragseingänge. Citigroup taxiert den fairen Wert auf 2,40 NOK, RBC Capital Markets stuft die Aktie mit einem Ziel von 3,00 NOK als „Neutral“ ein.

Der RSI liegt bei 16 — ein technisches Signal, das auf eine stark überkaufte Situation hindeutet.

Neue Technologie, dünnes Auftragsbuch

Im Mai 2026 brachte Nel seine nächste Generation druckbasierter Alkali-Elektrolyseure auf den Markt — nach mehr als acht Jahren Entwicklungsarbeit. Die Plattform soll die Investitionskosten gegenüber marktüblichen Lösungen um 40 bis 60 Prozent senken und den Energieverbrauch auf unter 50 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff drücken. Für ein 25-Megawatt-System nennt Nel Turnkey-Kosten von unter 1.450 Dollar je Kilowatt — weniger als die Hälfte des Branchendurchschnitts.

Die Industrialisierung der Plattform wird mit bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds gefördert, eine erste Tranche von 11 Millionen Euro soll noch im zweiten Quartal 2026 fließen. Die Produktionskapazität am norwegischen Standort Herøya soll schrittweise auf bis zu 4 GW jährlich ausgebaut werden.

Auf der Kundenseite gibt es erste Lebenszeichen. Nel sicherte sich einen Auftrag des Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington — das erste Mal, dass ein öffentlicher Versorger Nel-PEM-Technologie kauft. Das Projekt soll überschüssige Wasserkraft in grünen Wasserstoff umwandeln, die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant.

Liquidität reicht bis Jahresende

Nel hat seinen Personalbestand gegenüber dem Höchststand um 26 Prozent reduziert und verfügt über Liquidität von 1,4 Milliarden NOK — nach eigenen Angaben ausreichend bis Ende 2026. Aufsichtsratsvorsitzender Arvid Moss kaufte Ende April 100.000 Aktien zu durchschnittlich 2,25 NOK, was Marktbeobachter als Vertrauenssignal werteten.

Am 15. Juli legt Nel seinen Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob der Plattformlaunch konkrete Aufträge nach sich gezogen hat — oder ob die Technologiegeschichte weiter auf kommerzielle Substanz wartet.

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