Nel ASA Aktie: Ein ruhiger Herbst?

Trotz 63 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn raten Analysten weiterhin vom Kauf der Nel-Aktie ab. Grund sind schwache Auftragseingänge.

Die Kernpunkte:
  • Kursanstieg von 63 Prozent seit Januar
  • Kein Analyst empfiehlt den Kauf
  • Auftragseingang um 73 Prozent eingebrochen
  • PEM-Sparte als Hoffnungsträger positioniert

Knapp 63 Prozent Plus seit Jahresbeginn, ein neues 52-Wochen-Hoch gestern — und trotzdem rät kein einziger der zwölf Analysten, die Nel ASA abdecken, zum Kauf der Aktie. Der norwegische Wasserstoffspezialist steckt in einem seltenen Widerspruch: Der Markt feiert, die Sell-Side warnt.

Zahlen liefern Grund zur Vorsicht

Die Quartalszahlen für Q1 2026 erklären die Zurückhaltung. Der Umsatz sank auf 152 Millionen Norwegische Kronen, nach 175 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA blieb mit minus 100 Millionen Kronen tief im Roten — wenngleich 15 Millionen Kronen besser als ein Jahr zuvor. Der Nettoverlust schmolz von 179 auf 144 Millionen Kronen.

Strukturell zeigen sich erste Fortschritte: Personalkosten sanken um 21 Prozent, das Alkalisegment verbesserte sein EBITDA um 35 Millionen Kronen. Das eigentliche Problem liegt woanders. Der Auftragseingang brach um 73 Prozent auf gerade einmal 85 Millionen Kronen ein, der Auftragsbestand schrumpfte um 24 Prozent auf 1,11 Milliarden Kronen. Nel hat inzwischen rund ein Viertel der Belegschaft abgebaut und sitzt auf einer Liquiditätsreserve von etwa 1,4 Milliarden Kronen — genug Puffer für 2026, aber kein Ersatz für fehlende Aufträge.

Berenberg-Analyst James Carmichael hält an seiner neutralen Einschätzung fest, senkte das Kursziel jedoch von 2,60 auf 2,30 Kronen. Citigroup folgte mit einer Senkung von 2,70 auf 2,40 Kronen. Beide Häuser verweisen auf anhaltende Unsicherheiten bei der kommerziellen Skalierung. Der Analystenkonsens liegt bei einem Kursziel von 2,14 Kronen — deutlich unter dem aktuellen Handelsniveau.

PEM-Sparte als Hoffnungsträger

Während das Alkaligeschäft die Schlagzeilen dominiert, baut die PEM-Sparte leise Momentum auf. Nel Hydrogen US erhielt einen Auftrag über rund 7 Millionen US-Dollar für PEM-Elektrolyseur-Ausrüstung. Das Equipment soll beim Douglas County Public Utility District im US-Bundesstaat Washington eingesetzt werden — überschüssige Energie aus einem Wasserkraftprojekt wird damit zur Wasserstoffproduktion genutzt und entlastet die Turbinen. Betriebsbereit soll die Anlage in der ersten Hälfte 2027 sein.

Langfristiger plant Nel eine neue PEM-Plattform, die die Stack-Kosten um 70 Prozent senken soll. Ein Prototyp ist für dieses Jahr geplant, ein möglicher Marktstart für 2028 oder 2029. CEO Håkon Volldal zeigte sich für das laufende Quartal vorsichtig optimistisch: „Das erste Quartal war beim Auftragseingang eher ruhig, aber die PEM-Sparte hat Fahrt aufgenommen — mit einem guten Auftrag in Q2 und hohen Erwartungen an ein paar weitere bis zur Jahresmitte.“

Insider kauft, Markt läuft voraus

Ein ungewöhnliches Signal kam Ende April vom Aufsichtsratsvorsitzenden Arvid Moss: Er erwarb 100.000 Nel-Aktien zu durchschnittlich 2,2547 Kronen — zwei Tage nach Veröffentlichung der schwachen Q1-Zahlen, als der Kurs auf 2,20 Kronen gefallen war. Insider-Käufe auf diesem Niveau sind selten und werden von Marktbeobachtern typischerweise als Vertrauenssignal gewertet.

Die Q2-Zahlen, die im Juli erwartet werden, liefern den nächsten harten Test: Zieht der Auftragseingang tatsächlich an — oder läuft der Kurs der kommerziellen Realität weiter davon?

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