Nel ASA Aktie: Gyuyeon Kang im Aufsichtsrat

Nel und Samsung E&A präsentieren die Wasserstoff-Plattform CompassH2-A+ mit Rundumgarantie. Der Aktienkurs legte 2026 bereits 73 Prozent zu.

Die Kernpunkte:
  • Gemeinsame Plattform CompassH2-A+ vorgestellt
  • Samsung E&A hält 9,1 Prozent an Nel
  • EU fördert Gigawatt-Fabrik mit 135 Millionen Euro
  • Kursplus von 73 Prozent seit Jahresbeginn

Nel ASA hat in diesem Jahr eine bemerkenswerte Kursrally hingelegt — plus 73 Prozent seit Jahresbeginn. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 0,36 Euro Ende Mai folgte eine kurze Korrektur auf 0,33 Euro. Hinter dem Kursanstieg steckt mehr als Spekulation: Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller baut seine Partnerschaft mit Samsung E&A systematisch aus.

CompassH2-A+: Ein Produkt, eine Garantie

Auf dem World Hydrogen Summit in Rotterdam haben Nel und Samsung E&A gemeinsam die Plattform „CompassH2-A+“ vorgestellt. Das System basiert auf Nels Druckalkalielektrolyseuren, die in containerisierten 25-MW-Modulen angeordnet sind. Die Gesamtkapazität liegt bei 100 Megawatt. Gegenüber konventionellen Anlagen schrumpft der Platzbedarf um fast die Hälfte.

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Der entscheidende Vorteil liegt woanders. Grüne Wasserstoffprojekte scheitern oft an fragmentierten Garantiestrukturen über mehrere Auftragnehmer hinweg. CompassH2-A+ löst dieses Problem: Samsung E&A übernimmt eine einzige Rundumgarantie — für Elektrolyseur-Stacks, Hilfsanlagen und Versorgungseinheiten. Für Projektfinanzierer und Kreditgeber vereinfacht das die Risikoprüfung erheblich.

Samsung sitzt im Aufsichtsrat

Die Partnerschaft geht tiefer als gemeinsame Produktentwicklung. Samsung E&A hält 9,1 Prozent an Nel und ist damit größter Einzelaktionär. Gyuyeon Kang, Executive Vice President bei Samsung E&A, sitzt im Aufsichtsrat von Nel. Strategische Interessen und operative Entscheidungen sind damit eng verzahnt.

Gigawatt-Fabrik in Norwegen

Nel treibt parallel den Ausbau seiner Produktionskapazität am Standort Herøya voran. Ziel ist eine Jahreskapazität von bis zu 1 GW — langfristig sollen es 4 GW werden. Der EU-Innovationsfonds unterstützt die Expansion mit bis zu 135 Millionen Euro, was bis zu 60 Prozent der förderfähigen Industrialisierungskosten abdeckt.

Finanzen: Runway vorhanden, Verluste bleiben

Die Zahlen des ersten Quartals 2026 zeigen das bekannte Bild eines Wachstumsunternehmens in der Skalierungsphase. Die Umsätze aus Kundenverträgen lagen bei 148 Millionen Norwegischen Kronen — fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA war mit minus 100 Millionen Kronen tief im Minus.

Nels Kassenbestand von rund 1,44 Milliarden Kronen gibt dem Unternehmen jedoch genug Spielraum, um die Markteinführung der neuen Plattform gemeinsam mit Samsung E&A zu finanzieren. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt, wenn CompassH2-A+ erste Großprojekte gewinnen muss — und zeigt, ob die vereinfachte Garantiestruktur tatsächlich Kapital mobilisiert.

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