Nel ASA Aktie: Iwatani-Vergleich belastet Quartal
Nel ASA verzeichnete im zweiten Quartal weniger Erlöse und einen hohen operativen Fehlbetrag, während Auftragseingang und EU-Zahlung stützten.

- Erlöse sinken um zwölf Prozent
- EBITDA rutscht auf minus 155 Millionen
- Auftragseingang erreicht 230 Millionen Kronen
- EU-Zahlung stärkt Nels Liquidität
Nel ASA hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang und einen tiefroten operativen Verlust ausgewiesen. Der norwegische Wasserstoffkonzern meldete Erlöse aus Kundenverträgen von 153 Millionen norwegischen Kronen, ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel auf minus 155 Millionen Kronen.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor war der Vergleich mit dem japanischen Partner Iwatani, der das Ergebnis mit 70 Millionen Kronen negativ beeinflusste. Ohne diesen Sondereffekt wäre der operative Verlust deutlich geringer ausgefallen. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob es sich um eine einmalige Belastung handelt oder ob strukturelle Probleme im Kerngeschäft dahinterstecken.
Auftragseingang legt zu, EU-Zuschuss stützt Kasse
Positiv fiel der Auftragseingang aus: Er stieg im Berichtsquartal auf 230 Millionen Kronen. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Elektrolyseur-Technologie trotz des schwachen Umsatzes nicht eingebrochen ist, sondern sich mit zeitlicher Verzögerung im Umsatz niederschlagen dürfte.
Zusätzlich erhielt Nel eine Zahlung von 118 Millionen Kronen aus einem EU-Zuschuss, der die Kommerzialisierung der nächsten Generation der druckbeaufschlagten alkalischen Elektrolyseure fördert. Diese Mittel stärken die Liquidität des Unternehmens in einer Phase, in der die operative Ertragskraft noch fehlt und die Kapitalintensität der Wasserstofftechnologie hoch bleibt.
Kursreaktion spiegelt anhaltende Skepsis
Die Aktie notierte zuletzt bei 0,1950 Euro und bewegte sich am Freitag mit einem Plus von 0,4 Prozent kaum von der Stelle. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 5,8 Prozent zu Buche, was die verhaltene Stimmung der Anleger seit den Quartalszahlen unterstreicht. Der Kurs notiert damit 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das Ende Mai erreicht wurde.
Die Gemengelage aus schwachem Umsatz, einem durch den Iwatani-Vergleich verzerrten Verlust und einem noch offenen CEO-Nachfolgeprozess sorgt dafür, dass sich die Aktie in einer Konsolidierungsphase befindet. Der gestiegene Auftragseingang und die EU-Förderung liefern zwar Argumente für eine mittelfristige Stabilisierung, doch der Markt wartet erkennbar auf handfestere Signale, dass sich die operative Wende tatsächlich einstellt.
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