Nel ASA Aktie: Iwatani-Vergleich kostet 70 Millionen
Nel ASA verzeichnet im zweiten Quartal einen deutlichen Auftragsschub, während Sonderbelastungen das operative Ergebnis belasten. Der Aktienkurs bleibt unter Druck.

- Auftragseingang steigt um 171 Prozent
- EBITDA durch Sonderbelastung belastet
- Auftragsbestand wächst auf 1,2 Milliarden
- Aufsichtsratschef kauft Aktien
Nel ASA hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal ein zwiespältiges Bild geliefert. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller meldete am 15. Juli einen Umsatz aus Kundenverträgen von 153 Millionen Kronen – zwölf Prozent weniger als im Vorjahresquartal, aber immerhin fünf Millionen Kronen mehr als im ersten Quartal 2026. Der Auftragseingang dagegen sprang deutlich nach oben: Mit 230 Millionen Kronen lag er um 171 Prozent über dem Vorquartal und um 224 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.
Belastung durch Iwatani-Vergleich drückt auf das Ergebnis
Auf der Ergebnisseite fiel der Ausweis deutlich schwächer aus als in den Vorquartalen. Das EBITDA lag bei minus 155 Millionen Kronen, nach minus 100 Millionen im ersten Quartal 2026 und minus 86 Millionen im zweiten Quartal 2025. Ein wesentlicher Teil dieser Verschlechterung geht auf eine Sonderbelastung von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit einem Vergleich mit dem japanischen Partner Iwatani zurück. Ohne diesen Einmaleffekt hätte sich die operative Entwicklung deutlich moderater dargestellt.
Der Auftragsbestand stieg zum Quartalsende auf 1.213 Millionen Kronen, ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich liegt der Bestand nur noch drei Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2025 – nach den kräftigen Rückgängen der vergangenen Quartale ein Silberstreif für das Unternehmen. Ergänzend berichtete Nel ASA, dass Prototypentests der neuen druckbeaufschlagten alkalischen Elektrolyseur-Plattform ermutigend verlaufen. Die Plattform wurde am 6. Mai gemeinsam mit Partnern und Kunden kommerziell eingeführt.
Aufsichtsratschef kauft Aktien nach
Bereits im April hatte Aufsichtsratschef Arvid Moss ein Signal in Richtung Markt gesendet. Am 24. April erwarb er 100.000 Aktien der Nel ASA zu einem Durchschnittskurs von 2,2547 Kronen. Nach der Transaktion hielt Moss 100.000 Aktien und keine Optionen am Unternehmen. Insidertransaktionen dieser Art werden von Anlegern häufig als Vertrauenssignal gelesen, auch wenn sie allein keine operative Wende belegen.
Kurs bleibt unter wichtigen Marken
An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einem Kurs wider, der sich seit Monaten unterhalb seiner mittelfristigen Durchschnittslinien bewegt. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,1994 Euro, ein Plus von 1,63 Prozent auf Tagesbasis. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,2210 Euro besteht damit weiterhin ein Abstand von rund 9,77 Prozent nach unten. Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, notiert im Mai, fehlen der Aktie sogar 45,44 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der positive Auftragstrend aus dem zweiten Quartal die Stimmung am Markt bislang nicht nachhaltig gedreht hat.
Seit dem 26. Juli sind laut den vorliegenden Informationen keine neuen Unternehmensmeldungen, Personalentscheidungen, Analystenaktionen oder regulatorischen Entwicklungen zu Nel ASA bekannt geworden. Die nächste Möglichkeit für frische Impulse bietet sich erst mit den Zahlen zum dritten Quartal, die für den 21. Oktober angesetzt sind. Bis dahin dürfte der Blick der Anleger vor allem darauf gerichtet sein, ob sich der kräftige Auftragsschub aus dem zweiten Quartal in den kommenden Monaten in echtem Umsatzwachstum niederschlägt – und ob die neue Elektrolyseur-Plattform zusätzliche Kunden gewinnen kann.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




