Nel ASA Aktie: JPMorgan senkt Kursziel auf 1,80 Kronen
JPMorgan reduziert das Kursziel für Nel ASA auf 1,80 Kronen. Margendruck und langsame Auftragsumwandlung belasten die Aktie, die weit unter ihrem Jahreshoch notiert.

- Kursziel auf 1,80 Kronen gesenkt
- Umsatzrückgang um zwölf Prozent
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- CEO-Wechsel zu Elopak im Oktober
Die Analysten von JPMorgan haben ihr Kursziel für Nel ASA gestern auf 1,80 norwegische Kronen gesenkt, zuvor lagen sie bei 2,10 Kronen. Das Rating „Underweight“ bestätigten sie dabei. Als Begründung nannten die Analysten anhaltenden Margendruck sowie eine schleppendere Umwandlung des Auftragsbestands in tatsächliche Umsätze, als bislang erwartet.
Die Einschätzung reiht sich in eine Serie schwacher Nachrichten der vergangenen Wochen ein. Bereits am Montag hatte die Nel-Aktie einen deutlichen Rücksetzer erlebt und war um 6,03 Prozent auf 2,18 norwegische Kronen gefallen – ein Einbruch, der die Kursgewinne des Vortages von 9,02 Prozent wieder auslöschte und die Aktie unter ihren gleitenden 38-Tage-Durchschnitt drückte.
Kurs bleibt weit unter dem Jahreshoch
Im deutschen Handel schloss die Nel-Aktie am Mittwoch bei 0,1972 Euro, ein Minus von 0,50 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 5,19 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai markiert wurde, beträgt der Abstand mittlerweile 46,05 Prozent – die Aktie hat sich damit von ihrem Jahreshöchststand deutlich entfernt, wenngleich sie mit einem RSI von 41,2 aktuell nicht überverkauft erscheint.
Schwaches Quartal mit Sonderbelastung
Die fundamentale Basis für die verhaltene Kursentwicklung lieferte Nel selbst mit den Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen im Juli veröffentlichte. Der Umsatz sank um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen, verglichen mit 174 Millionen Kronen im Vorjahresquartal. Das EBITDA rutschte auf minus 155 Millionen Kronen ab, maßgeblich belastet durch eine Sonderzahlung von 70 Millionen Kronen im Zusammenhang mit einem Rechtsvergleich.
Diesen Vergleich hatte Nel mit Iwatani Corporation of America geschlossen, um sämtliche offenen Rechtsstreitigkeiten zwischen beiden Unternehmen beizulegen. Positiver fiel dagegen die Entwicklung beim Auftragseingang aus: Mit 230 Millionen Kronen legte dieser im Jahresvergleich um 224 Prozent zu, getrieben vor allem durch die Nachfrage nach PEM-Elektrolyseuren. Der Auftragsbestand wuchs zum Quartalsende auf 1,213 Milliarden Kronen, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Die Kassenposition schrumpfte im Jahresvergleich allerdings von 1,928 Milliarden auf 1,328 Milliarden Kronen – genau jene Lücke zwischen wachsendem Backlog und tatsächlich verbuchtem Umsatz, die JPMorgan in ihrer aktuellen Einschätzung kritisch beleuchtet.
Führungswechsel an der Unternehmensspitze
Zusätzliche Unsicherheit bringt der anstehende Wechsel im Topmanagement. Håkon Volldal war im Juni als President & CEO zurückgetreten, um sich außerhalb der Wasserstoffbranche zu orientieren; der Verwaltungsrat hatte daraufhin die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet, während Volldal während seiner Kündigungsfrist im Amt blieb. Ende Juli bestätigte Nel, dass Volldal nach Abschluss dieser sechsmonatigen Frist als neuer CEO zum Verpackungskonzern Elopak wechseln wird.
Für die weitere Einschätzung des Unternehmens spielt auch die Gewinnentwicklung eine Rolle: Ein automatisiertes Bewertungsmodell taxierte den Nettoverlust für das Gesamtjahr 2026 zuletzt auf 0,29 Kronen pro Aktie, eine Verschlechterung gegenüber einer früheren Schätzung von 0,257 Kronen. Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn Nel seinen Zwischenbericht zum dritten Quartal 2026 vorlegt und zeigen muss, ob sich der wachsende Auftragsbestand endlich stärker in Umsatz übersetzt.
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