Nel ASA Aktie: Neue Technik, alte Verluste

Nel ASA verzeichnet im zweiten Quartal 2026 Umsatzrückgang und operativen Verlust, trotz vielversprechender neuer Alkaline-Technologie.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz sinkt um zwölf Prozent
  • EBITDA bleibt negativ
  • Neue PA-Serie soll Kosten senken
  • Auftragseingang in PEM-Sparte steigt

Nel ASA hat mit seiner neuen Elektrolyseur-Generation ein Versprechen gemacht: kleinere Anlagen, deutlich niedrigere Kosten, wettbewerbsfähiger Wasserstoff. Die Quartalszahlen zum zweiten Quartal 2026 zeigen jedoch, dass dieses Versprechen noch nicht in der Bilanz angekommen ist. Zwischen technologischem Aufbruch und operativer Realität klafft bei dem norwegischen Wasserstoffausrüster weiterhin eine Lücke.

Umsatz schrumpft, Verlust bleibt

Der Umsatz aus Kundenverträgen fiel im zweiten Quartal auf 153 Millionen norwegische Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz sank von 215 auf 182 Millionen Kronen. Unter dem Strich stand ein EBITDA von minus 155 Millionen Kronen — belastet allerdings durch eine Vergleichszahlung mit dem japanischen Partner Iwatani in Höhe von 70 Millionen Kronen. Rechnet man diesen Einmaleffekt heraus, blieb das operative Ergebnis nahezu unverändert zum Vorjahr.

Die Kassenlage bleibt mit 1,3 Milliarden Kronen komfortabel, auch wenn sie sich gegenüber dem Vorjahr spürbar reduziert hat. Das Management betont, es gebe keine akute Finanzierungsnot, verweist aber gleichzeitig auf frühere Kapitalmaßnahmen wie die Abspaltung von Cavendish als Instrumente für den Ernstfall.

Zwei Sparten, zwei Geschwindigkeiten

Innerhalb des Geschäfts driften die Bereiche auseinander. Die PEM-Sparte mit containerisierten Systemen verzeichnete einen kräftigen Anstieg der Order-Eingänge und stellt inzwischen den Großteil des Auftragsbestands von 1,2 Milliarden Kronen. Die klassische Alkaline-Sparte dagegen kämpft mit eingebrochenen Bestellungen — hier soll die neu vorgestellte Pressurized-Alkaline-Plattform, intern PA-Series genannt, die Wende bringen.

Das im Mai präsentierte System reduziert laut Unternehmensangaben die Stellfläche um bis zu 80 Prozent und die Anlageninvestition um 40 bis 60 Prozent. Für ein Referenzprojekt mit 25 Megawatt soll sich der Kapitaleinsatz von rund 3.150 auf etwa 1.435 Dollar je Kilowatt verringern, die Gestehungskosten für Wasserstoff entsprechend von 7,8 auf 4,5 Dollar pro Kilogramm sinken. Die Produktionslinie in Herøya soll bis Ende 2026 eine Kapazität von 500 Megawatt erreichen, 2027 dann eine Verdoppelung auf ein Gigawatt.

Erste Bestellungen für die neue Alkaline-Technologie erwartet das Management jedoch erst in den kommenden Monaten — Kunden benötigen laut Unternehmen Zeit, um sich mit dem neuen System vertraut zu machen. Bis dahin muss Nel die Lücke zwischen Kostenbasis und Auftragslage weiter mit Personalabbau schließen: Die Belegschaft ist von 430 auf 313 Mitarbeiter gesunken.

Für eine profitable Auslastung braucht die PEM-Sparte laut Management rund 20 bis 24 Prozent der installierten Kapazität, die Alkaline-Sparte einen noch höheren Wert. Die nächste Standortbestimmung folgt im Oktober mit den Zahlen zum dritten Quartal — dann dürfte sich zeigen, ob die ersten Bestellungen für die neue Alkaline-Plattform tatsächlich eingehen.

Anzeige

Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nel ASA