Nel ASA Aktie: PA-Series seit Mai 2026

Nel ASA verzeichnet 224 Prozent mehr Aufträge, der Aktienkurs fällt jedoch weiter. Neue PA-Series-Plattform soll Kosten massiv senken.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang steigt um 224 Prozent
  • PEM-Technologie dominiert mit 96 Prozent
  • Neue PA-Series senkt Anlagenkosten drastisch
  • Nettoverlust durch Einmalzahlung an Iwatani

Nel ASA steckt in einem Widerspruch. Die Auftragsbücher füllen sich rasant, der Aktienkurs fällt trotzdem weiter. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist zeigt, wie stark operative Erfolge und Börsenrealität derzeit auseinanderklaffen können.

Am Freitag schloss die Aktie bei 0,1944 Euro, ein Minus von 1,12 Prozent. Über die letzten 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 8,52 Prozent. Damit rückt die Marke von 0,19 Euro als wichtige Unterstützung in den Fokus der Anleger.

PEM-Technologie treibt Bestellungen um 224 Prozent nach oben

Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 erzählen eine andere Geschichte als der Kurs. Nel ASA meldete einen Auftragseingang von 230 Millionen norwegischen Kronen. Das entspricht einem Plus von 224 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Löwenanteil dieser neuen Aufträge kommt aus einem einzigen Segment. Rund 96 Prozent des Volumens entfielen auf die PEM-Technologie, also Proton-Austauschmembran-Elektrolyseure. Industriekunden setzen damit zunehmend auf modulare, skalierbare Lösungen für aktuelle Projekte.

Der Auftragsbestand im PEM-Bereich kletterte dadurch auf 990 Millionen Kronen. Für die Produktionssparten schafft das Planungssicherheit bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026 hinein.

Neue Plattform soll Kosten drastisch senken

Parallel zum PEM-Wachstum treibt Nel die Vermarktung seiner neuen Technologieplattform voran. Die sogenannte PA-Series, ein druckbeaufschlagtes alkalisches System, kam im Mai 2026 auf den Markt. Sie soll die Kostenstruktur großer Wasserstoffanlagen grundlegend verändern.

Nel beziffert die schlüsselfertigen Gesamtkosten für eine 25-Megawatt-Anlage auf unter 1.450 Dollar pro Kilowatt. Zum Vergleich: Viele Großprojekte der Branche liegen aktuell bei über 3.000 Dollar pro Kilowatt. Die Industrialisierung dieser Technologie am Standort Herøya unterstützt der EU-Innovationsfonds mit bis zu 135 Millionen Euro.

Das Ziel ist ambitioniert. Die neue Anlagengeneration soll bis zu 80 Prozent weniger Fläche benötigen und gleichzeitig die Investitionskosten deutlich drücken.

Verlust durch Einmalzahlung, Kasse bleibt solide

Im zweiten Quartal verbuchte Nel einen Nettoverlust von 189 Millionen Kronen. Ein Grund dafür: eine einmalige Ausgleichszahlung von 70 Millionen Kronen an die Iwatani Corporation of America. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Ergebnis deutlich besser ausgesehen.

Die Liquidität bleibt trotzdem robust. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 1,328 Milliarden Kronen. Das Management sieht damit die laufende Technologieentwicklung und operative Anpassungen gedeckt — eine frische Kapitalerhöhung ist derzeit nicht nötig.

Technisch bewegt sich die Aktie an einem kritischen Punkt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 37,8 und nähert sich der überverkauften Zone. Von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Mai ist die Aktie fast 47 Prozent entfernt.

Die nächsten Impulse dürften aus Brüssel kommen. Anstehende Entscheidungen der EU über Projektfördermittel könnten zeigen, ob sich das operative Momentum bald auch im Kurs niederschlägt.

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