Nel ASA Aktie: PA-Series senkt Investitionskosten um 40-60%

Nel ASA senkt mit neuer Elektrolyseur-Plattform Investitionskosten um bis zu 60 Prozent. Auftragseingang steigt stark, Umsatz sinkt jedoch.

Die Kernpunkte:
  • Neue Plattform senkt Investitionskosten deutlich
  • Auftragseingang steigt um 224 Prozent
  • Umsatzrückgang von zwölf Prozent verzeichnet
  • Analysten bleiben bei neutraler Einstufung

Nel ASA hat mit der PA-Series ein neues Kapitel bei den pressurized alkaline Elektrolyseuren aufgeschlagen. Die Plattform soll die Investitionskosten für schlüsselfertige Anlagen um 40 bis 60 Prozent senken – ein Wert, der den Wasserstoff-Ausrüster im umkämpften Markt für Elektrolysetechnik wettbewerbsfähiger machen soll. Die Ankündigung fiel in eine Phase, in der Nel operativ zwischen Wachstumssignalen und Belastungen schwankt.

Der Auftragseingang im zweiten Quartal 2026 sprang um 224 Prozent auf 230 Millionen norwegische Kronen, verglichen mit dem Vorjahresquartal. Der gesamte Auftragsbestand wuchs damit auf 1,2 Milliarden Kronen.

Dieser Zuwachs bei den Neubestellungen steht in deutlichem Kontrast zum Umsatz: Der sank im selben Quartal um 12 Prozent auf 153,4 Millionen Kronen. Belastet wurde das Ergebnis zusätzlich durch eine Vergleichszahlung von 70 Millionen Kronen an Iwatani Corporation, die auf das EBITDA durchschlug.

Kurs bewegt sich seitwärts, Analysten bleiben zurückhaltend

An der Börse spiegelt sich diese gemischte Lage in einer eher lustlosen Kursentwicklung wider. Der Schlusskurs lag zuletzt bei 0,1994 Euro, nach einem Rückgang von 1,5 Prozent am Vortag.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,7 Prozent zu Buche, während sich die Aktie seit Jahresbeginn noch mit einem Plus von 5,6 Prozent behauptet. Zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, erreicht im Mai, klafft eine erhebliche Lücke von 45 Prozent – ein Hinweis darauf, wie weit sich das Papier von früheren Höchstständen entfernt hat.

Anfang August hatte J.P. Morgan das Kursziel für Nel auf 1,80 norwegische Kronen von zuvor 2,90 Kronen gesenkt und die Einstufung „Neutral“ beibehalten. Als Begründung nannte der Analyst eine neue Einschätzung der Dynamik im Segment der alkalischen Elektrolyseure – jenem Geschäftsbereich, in den die PA-Series nun als Antwort positioniert wird.

Wachsender Markt, aber Wettbewerb bleibt hoch

Der globale Markt für Wasserstoff-Elektrolyseure soll laut einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Future Market Insights bis 2036 ein Volumen von 8,81 Milliarden US-Dollar erreichen. On-Site-Installationen sollen demnach 2026 rund 58 Prozent der gesamten Marktnachfrage treiben – ein Segment, in dem Nel mit seiner neuen Plattform ansetzen will.

Ob die PA-Series tatsächlich neue Kunden gewinnt und die Margen stabilisiert, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Der Auftragsbestand von 1,2 Milliarden Kronen liefert dafür eine gewisse Basis, doch die Kombination aus sinkendem Umsatz und Sonderbelastungen zeigt, dass der Weg zur Profitabilität noch nicht abgeschlossen ist.

Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wert, dessen Kursverlauf stärker von der operativen Umsetzung als von kurzfristigen Analystenkommentaren abhängt.

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