Nel ASA Aktie: PEM-Boom, alkalische Krise?
PEM-Aufträge und Umsatz legten zu, während das alkalische Geschäft schrumpfte und Nel im dritten Quartal einen höheren EBITDA-Verlust meldete.

- 245 Mio. NOK an PEM-Aufträgen
- PEM-Auftragsbestand erreicht 1.116 Mio. NOK
- Alkalischer Umsatz fällt um 91 Prozent
- EBITDA-Verlust über Analystenschätzung
Nels Auftragsbasis hängt zunehmend am PEM-Geschäft. Die heute veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal 2026 zeigen eine starke Konzentration neuer Bestellungen auf diese Elektrolyseurtechnologie. Das verbessert die Perspektive dieses Geschäftsbereichs, bedeutet aber noch keine breit abgestützte Erholung. Im alkalischen Geschäft bleiben sowohl Umsatz als auch neue Aufträge schwach.
Neue Bestellungen konzentrieren sich auf PEM
Vom gesamten Auftragseingang über 253 Mio. NOK entfielen 245 Mio. NOK auf PEM-Elektrolyseure. Das alkalische Geschäft steuerte lediglich 8 Mio. NOK bei.
Damit ist nicht allein die Höhe der Bestellungen entscheidend, sondern auch ihre Verteilung. Der starke PEM-Zufluss steht einer ausgesprochen schmalen Nachfrage nach alkalischen Elektrolyseuren gegenüber. Für Anleger ergibt sich daraus ein differenzierteres Bild als aus dem Gesamtauftragseingang allein.
Die PEM-Bestellungen stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 473%. Zugleich erreichte der Auftragsbestand dieses Bereichs zum Quartalsende 1.116 Mio. NOK.
Der Bestellungszuwachs liefert damit einen konkreten Anhaltspunkt für künftige Geschäftstätigkeit. Ein Auftragsbestand ist allerdings noch kein realisierter Umsatz. Entscheidend wird deshalb, wie Nel die Bestellungen abarbeitet und welche Ergebnisbeiträge daraus entstehen.
CEO Håkon Volldal verwies auf eine verbesserte Projektabwicklung und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Einschätzung passt zur positiven Entwicklung im PEM-Bereich, lässt sich aber nicht auf das gesamte Geschäft übertragen.
Alkalisches Geschäft bleibt die Schwachstelle
Im dritten Quartal 2026 sank der Umsatz mit alkalischen Elektrolyseuren um 91% auf 23 Mio. NOK. Der zugehörige Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 198 Mio. NOK.
Hier liegt die Grenze der positiven PEM-Signale: Eine Erholung des einen Bereichs beseitigt die Schwäche des anderen nicht automatisch. Gerade die geringen Neubestellungen im alkalischen Geschäft bieten noch keinen Hinweis auf eine breite Nachfragebelebung.
Der PEM-Umsatz erhöhte sich dagegen um 65% auf 89 Mio. NOK. Wachstum ist innerhalb des Unternehmens also vorhanden, reicht bislang jedoch nicht aus, um den Rückgang im anderen Bereich auszugleichen.
Auftragsstärke muss sich im Ergebnis bewähren
Für die Bewertung der Auftragsentwicklung bleibt die Verlustsituation wesentlich. Höhere Bestellungen verbessern die geschäftliche Perspektive, ersetzen aber keine profitablere Abwicklung.
Der EBITDA-Verlust erreichte im dritten Quartal 2026 insgesamt 93 Mio. NOK. Analysten hatten mit einem Verlust von rund 71 Mio. NOK gerechnet. Zum Quartalsende verfügte Nel über liquide Mittel von 1.078 Mio. NOK.
Damit stehen finanzielle Reserven einer weiterhin verlustreichen Geschäftstätigkeit gegenüber. Die zentrale Anlegerfrage lautet deshalb nicht nur, ob Nel weitere Bestellungen gewinnt. Entscheidend ist, ob das Unternehmen aus der starken PEM-Nachfrage ein tragfähigeres Ergebnis entwickeln kann. Der Auftragseingang liefert dafür einen Ansatzpunkt; die Ergebniszahlen belegen den Erfolg noch nicht.
Stand heute, 15. Oktober: Nel ASA – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nel ASA investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 15. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




