Nel ASA Aktie: Rekordverlust trifft Rekordaufträge

Der Wasserstoffpionier Nel ASA meldet für 2025 einen Rekordverlust, konnte aber gleichzeitig einen historisch hohen Auftragseingang verzeichnen. Der Fokus liegt nun auf der neuen Elektrolyseur-Plattform.

Die Kernpunkte:
  • Nettoverlust erreicht historische Höhe von 1,27 Mrd. NOK
  • Auftragseingang steigt um 364 Prozent auf Rekordniveau
  • Neue Elektrolyseur-Plattform startet 2026 mit EU-Förderung
  • Liquidität von 1,6 Mrd. NOK sichert Übergangsphase

Nel ASA hat 2025 das wohl widersprüchlichste Geschäftsjahr seiner Geschichte abgeliefert. Auf der einen Seite steht der höchste Nettoverlust der Unternehmensgeschichte. Auf der anderen: ein Auftragseingang, der in der Firmenhistorie seinesgleichen sucht.

Einbruch bei Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz fiel 2025 um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK, nach 1,39 Milliarden NOK im Vorjahr. Management begründet den Rückgang mit unregelmäßigen Lieferplänen bei Großprojekten, die stark vom Baufortschritt auf Kundenseite abhängen.

Schwerwiegender ist das Ergebnis: Der Nettoverlust weitete sich von 244 Millionen NOK im Vorjahr auf 1,265 Milliarden NOK aus. Allein im vierten Quartal verbuchte Nel einen Verlust von 870 Millionen NOK — getrieben von nicht-zahlungswirksamen Wertminderungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Davon entfielen 361 Millionen NOK auf atmosphärische Alkali-Produktionsanlagen und 439 Millionen NOK auf Goodwill sowie immaterielle Technologiewerte.

Die Abschreibungen sind kein Zufall. Sie markieren den bewussten Abschied von Alttechnologie. Parallel dazu wurde die Belegschaft von 430 auf 346 Vollzeitstellen reduziert, die Personalkosten sanken um 12 Prozent.

Auftragseingang auf historischem Niveau

Während die Gewinn-und-Verlust-Rechnung belastet war, sendete das Auftragsbuch ein völlig anderes Signal. Der Auftragseingang stieg um 364 Prozent auf 686 Millionen NOK — der zweithöchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Der Auftragsbestand kletterte auf 1,3 Milliarden NOK, rund 70 Prozent davon entfallen auf PEM-Technologie.

Zu den Neukunden zählen Samsung Engineering & Construction, das Nel als bevorzugten globalen Wasserstoffpartner ausgewählt hat, sowie HYDS und Collins Aerospace. Der Auftrag von HYDS über einen 40-Megawatt-PEM-Elektrolyseur für zwei norwegische Standorte ist nach Unternehmensangaben der größte PEM-Auftrag in der Geschichte Nels nach Kapazität.

Herøya als Dreh- und Angelpunkt

Das strategische Kernprojekt für 2026 ist die Industrialisierung der neuen „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform am Standort Herøya. Das Vorhaben, seit 2018 in Entwicklung, hat die Prototypenphase abgeschlossen. Die erste Ausbaustufe zielt auf eine Produktionskapazität von einem Gigawatt und erfordert rund 300 Millionen NOK Kapitalinvestition — vor Abzug öffentlicher Förderung.

Aus dem EU-Innovationsfonds hat Nel Unterstützung von bis zu 135 Millionen Euro gesichert, was etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdeckt. Die neue Plattform soll den Systemfußabdruck um 80 Prozent verringern und die Kapitalkosten um 40 bis 60 Prozent senken — eine direkte Antwort auf den Wettbewerbsdruck durch günstigere chinesische Anbieter. Die Markteinführung ist für das erste Halbjahr 2026 geplant, größere Auslieferungen werden ab 2027 erwartet.

Trotz der Verluste verfügt Nel über eine Liquiditätsreserve von rund 1,6 Milliarden NOK zum Jahresende — genug Puffer, um die Übergangsphase zu überbrücken.

Die nächsten Meilensteine: Hauptversammlung am 10. April, Q1-Bericht am 22. April. Ob der rekordhohe Auftragsbestand schneller in Umsatz umgewandelt werden kann als bisher, wird sich spätestens in den Zahlen zur Jahresmitte zeigen.

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