Nel ASA Aktie: Rekordverlust und Auftragsboom

Der Wasserstoffspezialist Nel meldet einen historischen Quartalsverlust durch Abschreibungen, verzeichnet aber gleichzeitig einen massiven Auftragszuwachs für seine PEM-Technologie.

Die Kernpunkte:
  • Historischer Quartalsverlust durch hohe Abschreibungen
  • Auftragsbestand wächst um 34 Prozent auf 1,3 Mrd. NOK
  • PEM-Technologie als Haupttreiber der neuen Bestellungen
  • Investition in neue Druck-Alkaline-Plattform für 2026

Der norwegische Wasserstoffspezialist liefert Jahreszahlen, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Einerseits verbucht das Unternehmen den höchsten Quartalsverlust seiner Geschichte, andererseits füllen sich die Auftragsbücher in rasantem Tempo. Wie passt dieser massive finanzielle Einschnitt mit der wachsenden Kundennachfrage zusammen?

Strategischer Umbau kostet Millionen

Ein Blick auf die Bilanz für 2025 offenbart zunächst einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Erlöse schrumpften im Gesamtjahr um 31 Prozent auf 963 Millionen Norwegische Kronen (NOK). Verantwortlich dafür sind vor allem unregelmäßige Lieferpläne bei großen Elektrolyseur-Projekten, die stark vom Baufortschritt bei den Endkunden abhängen.

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Richtig teuer wurde jedoch das vierte Quartal: Hier steht ein Nettoverlust von 870 Millionen NOK in den Büchern, verglichen mit einem Minus von 64 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum. Dieser Einbruch resultiert primär aus hohen außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Das Unternehmen vollzieht einen harten Schnitt und entwertet Anlagen der älteren Alkaline-Technologie sowie immaterielle Werte. Das Management räumt die Bilanz auf, um Platz für die nächste Technologie-Generation zu machen. Begleitet wird dieser Sparkurs von einem konsequenten Personalabbau von 430 auf 346 Mitarbeiter bis zum Jahresende.

PEM-Technologie treibt die Nachfrage

Dieser radikale Schnitt scheint sich mit Blick auf die Zukunftsaussichten zu lohnen. Im Schlussquartal sammelte Nel neue Aufträge im Wert von 686 Millionen NOK ein – ein rasanter Anstieg von 364 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist das zweitbeste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte.

Haupttreiber dieser Entwicklung ist die PEM-Technologie (Proton Exchange Membrane), die 93 Prozent der neuen Bestellungen ausmacht. Darunter fallen Großprojekte mit einer Kapazität von über 40 Megawatt im Wert von mehr als 50 Millionen US-Dollar. Durch diesen Zustrom wuchs der gesamte Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal um 34 Prozent auf über 1,3 Milliarden NOK an.

Fokus auf die nächste Generation

Um diese Aufträge profitabel abzuarbeiten und sich für die Zukunft zu rüsten, investiert der Konzern massiv in neue Technik. Für den Standort Herøya gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung einer neuen Druck-Alkaline-Plattform. Diese Technologie soll den Platzbedarf für Kunden um 80 Prozent reduzieren und die Investitionskosten fast halbieren.

Gestützt wird das Vorhaben von EU-Fördermitteln in Höhe von bis zu 135 Millionen Euro, die rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Die Markteinführung der neuen Plattform ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.

Trotz der massiven bilanziellen Abschreibungen verfügt Nel aktuell über ein solides Finanzpolster von rund 1,6 Milliarden NOK. Nun muss das Unternehmen beweisen, dass es die vollen Auftragsbücher zügig und effizient in echte Umsätze umwandeln kann. Die nächsten konkreten Datenpunkte zur operativen Entwicklung erhalten Anleger auf der Hauptversammlung am 10. April 2026, gefolgt von der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal am 22. April 2026.

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