Nel ASA Aktie: Rheinmetall-Hoffnung?

Der Auftragseingang legte im dritten Quartal 2026 zu, während Nel weniger Umsatz erzielte und der Quartalsverlust wuchs.

Die Kernpunkte:
  • Auftragseingang steigt um 339 Prozent
  • Quartalsumsatz sinkt um 63 Prozent
  • Verlust wächst auf NOK 141 Millionen
  • Torbjørn Berg wird interimistischer Finanzchef

Für Nel ASA entscheidet sich die operative Verbesserung daran, ob aus dem gestiegenen Auftragseingang auch höhere Erlöse werden. Die vor gut drei Wochen veröffentlichten Quartalszahlen zeigen bislang ein gegensätzliches Bild: mehr Bestellungen, aber weniger Umsatz und einen höheren Verlust. Der angekündigte Führungswechsel begleitet damit eine Phase, in der Auftragsentwicklung und Geschäftsergebnis noch auseinanderlaufen.

Auftragswachstum ist noch keine Ergebniswende

Im dritten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 339% auf NOK 253 Millionen. Damit verzeichnete Nel deutlich mehr neue Bestellungen als im Vergleichszeitraum.

Für Anleger ist das ein positives Signal für das künftige Geschäft. Eine bereits vollzogene operative Wende lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen neu gewonnenen Aufträgen und tatsächlich erzielten Kundenerlösen.

Diese Erlöse sanken laut den vor gut drei Wochen veröffentlichten Unternehmenszahlen um 63% auf NOK 112 Millionen. Gleichzeitig weitete sich der Quartalsverlust auf NOK 141 Millionen aus.

Das Auftragsplus und die schwache Umsatzentwicklung widersprechen sich nicht zwangsläufig: Sie beschreiben unterschiedliche Größen. Eine Bewertung von Nel allein anhand der Bestelldynamik würde deshalb die weiterhin belastete Ertragslage ausblenden.

Der Auftragsbestand erhöhte sich um 34% auf NOK 1.314 Millionen. Das EBITDA lag bei NOK -93 Millionen.

Neue Führung übernimmt die operative Aufgabe

Der angekündigte Führungswechsel fällt genau in dieses Spannungsfeld. Torbjørn Berg, bislang VP Finance, wurde interimistischer Finanzchef.

Für die Einordnung des Wechsels zählt deshalb mehr als die Personalentscheidung selbst. Der Maßstab bleibt die Geschäftsentwicklung: Eine neue Führung allein schließt die Lücke zwischen wachsendem Auftragsvolumen und sinkenden Erlösen nicht.

Projektchancen nicht mit Erlösen gleichsetzen

Auch die vor gut drei Wochen unterzeichnete Absichtserklärung mit Rheinmetall gehört in diese Abwägung. Beide Unternehmen wollen die dezentrale Produktion erneuerbarer Kraftstoffe untersuchen. Dabei sollen Elektrolyseure von Nel und Rheinmetalls Giga-PtX-Konzept zusammenkommen.

Die Vereinbarung beschreibt damit zunächst eine mögliche Zusammenarbeit. Sie ist nicht mit bereits erzieltem Umsatz gleichzusetzen. Ebenso ergänzt der vor gut drei Wochen gemeldete US-Auftrag für containerbasierte PEM-Elektrolyseure das Bild auf der Bestellseite.

Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Prüfmaßstab: Weitere Aufträge stützen die Geschäftsperspektive. Belastbarer wird die operative Verbesserung aber erst, wenn sich die bessere Bestelllage auch in Erlösen und Ergebnissen niederschlägt. Genau diese Verbindung steht bei Nel im Mittelpunkt.

Anzeige

Stand heute, 2. November: Nel ASA – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Nel ASA investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 2. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Nel ASA: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Nel ASA