Nel ASA Aktie: RSI 36,5 nähert sich Überverkauft-Marke

Nel-Aktie fällt weiter, doch RSI nähert sich überverkauftem Bereich. EU-Wasserstoffinitiativen und Branchenbericht prägen die Perspektive.

Die Kernpunkte:
  • RSI signalisiert mögliche technische Gegenbewegung
  • EU-Kommission startet neuen Wasserstoff-Infrastrukturaufruf
  • Branchenbericht beschreibt Übergang von Plänen zur Realität
  • Nel-Kursziel der Analysten nahe aktuellem Niveau

Nel ASA rutscht weiter unter Druck, doch die Charttechnik sendet erste Warnsignale in die andere Richtung. Am Freitag schloss die Aktie bei 0,1968 Euro, ein Minus von 2,09 Prozent. Der 14-Tage-RSI steht bei 36,5 und nähert sich der als überverkauft geltenden Marke von 30 — historisch oft ein Vorbote für Konsolidierung oder eine kurzfristige technische Gegenbewegung.

Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller notiert damit rund 20 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2463 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 0,2147 Euro fehlen gut 8 Prozent. Dieser mittelfristige Abwärtstrend fällt in eine Phase, in der die gesamte Wasserstoffbranche einen härteren Realitätscheck durchläuft.

Brüssel gibt neue Impulse

Die EU-Kommission hat am 22. Juli einen neuen Interessensaufruf im Rahmen des EU-Wasserstoffmechanismus veröffentlicht. Das Vorhaben richtet sich an Fernleitungsnetzbetreiber und Wasserstoffnetzbetreiber. Sie sollen das Marktinteresse an Infrastrukturprojekten wie Pipelines und Speicheranlagen testen.

Der Aufruf ist Teil der für 2026 geplanten Überarbeitung der EU-Wasserstoffstrategie. Sie soll bestehende Ziele neu bewerten und die Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Industrien wie der Stahlbranche stärker priorisieren. Für reine Elektrolyseur-Hersteller wie Nel sind solche Infrastruktur-Fortschritte entscheidend. Ohne Pipelines und Speicher lassen sich große grüne Wasserstoffprojekte kaum finanzieren — genau diese Projekte haben sich zuletzt branchenweit verzögert.

Vom Hype zur Realität

Ein Branchenbericht vom 24. Juli beschreibt den Übergang der Wasserstoffindustrie treffend: von Blaupausen zur Realität. Förderprogramme wie die Europäische Wasserstoffbank und Deutschlands Klimaschutzverträge stützen zwar den Sektor. Der Weg bleibe aber lang und unsicher, heißt es in der Analyse.

Nel selbst hat zuletzt mit einer Kassenposition von rund 1,3 Milliarden norwegischen Kronen zum Halbjahresende einige Finanzierungssorgen gedämpft. Die Analysten von Berenberg und Citi bestätigten daraufhin ihre „Hold“- beziehungsweise „Neutral“-Einstufungen. Ihre Kursziele liegen bei 2,30 bis 2,40 norwegischen Kronen, umgerechnet etwa 0,20 Euro — kaum über dem aktuellen Kursniveau.

Woche mit Weichenstellungen voraus

Parallel rückt die Umsetzung des EU-Elektrifizierungsplans in den Fokus, veröffentlicht am 17. Juli mit ergänzenden Details bis zum 24. Juli. Das Programm will Europa zum „ersten elektrobetriebenen Kontinent“ machen. Das könnte auch die Strompreise für die Produktion von grünem Wasserstoff beeinflussen.

Als technische Marken bleiben das 52-Wochen-Tief von 0,1731 Euro als Unterstützung und der 200-Tage-Durchschnitt von 0,2147 Euro als nächste Hürde im Blick. Die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht Nel am 21. Oktober. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 42 Prozent bleibt die Aktie ein Papier mit ausgeprägten Kursausschlägen, empfindlich sowohl für regulatorische Entscheidungen in Brüssel als auch für konkrete Projektmeldungen in Europa und Nordamerika.

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