Nel ASA Aktie: Tiefe Verluste
Nel ASA verzeichnet 2025 einen massiven Jahresverlust, getrieben von hohen Abschreibungen. Gleichzeitig erreicht der Auftragseingang im Schlussquartal ein Rekordhoch, angeführt von der PEM-Sparte.

- Jahresverlust weitet sich auf 1,27 Milliarden NOK aus
- Auftragseingang im Q4 steigt um 364 Prozent
- Wertberichtigungen von 799 Millionen NOK belasten Ergebnis
- EU-Förderung für neue Alkaline-Produktionsplattform gesichert
Nel ASA liefert für 2025 ein Ergebnis mit zwei Gesichtern: Aufträge kommen wieder deutlich rein, gleichzeitig rutscht das Unternehmen durch hohe Wertberichtigungen so tief in die roten Zahlen wie seit Jahren nicht. Der Knackpunkt ist dabei weniger das operative Quartal allein, sondern ein großer nicht zahlungswirksamer Abschreibungsblock. Wie belastbar ist der Aufschwung beim Auftragseingang, wenn die Umsätze weiter schrumpfen?
Umsatz sinkt – Projektgeschäft bleibt sprunghaft
Im Gesamtjahr 2025 fiel der Umsatz auf 963 Mio. NOK. Das sind 31% weniger als 2024 (1.390 Mio. NOK). Im vierten Quartal lagen die Erlöse bei 330 Mio. NOK, nach 416 Mio. NOK im Vorjahresquartal (minus 20%).
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Nel führt die Schwankungen vor allem auf den unregelmäßigen Auslieferungsrhythmus großer Elektrolyseur-Projekte zurück. Deren Timing hängt davon ab, wie weit Kunden mit ihren Anlagen und Installationen weltweit sind.
Wertberichtigungen drücken das Ergebnis
Auffälligster Punkt im Bericht: Der Nettoverlust im vierten Quartal 2025 lag bei 870 Mio. NOK. Im Vergleich dazu hatte Nel im vierten Quartal 2024 „nur“ 64 Mio. NOK Verlust ausgewiesen. Haupttreiber waren nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von insgesamt 799 Mio. NOK.
Davon entfielen 439 Mio. NOK auf Goodwill sowie immaterielle Technologiewerte im PEM-Segment (Proton Exchange Membrane). Weitere 361 Mio. NOK betrafen Produktionsanlagen für alkalische Elektrolyseure am Standort Herøya.
Auf Jahressicht verschlechterte sich das EBITDA auf -275 Mio. NOK (2024: -173 Mio. NOK). Der Jahresfehlbetrag weitete sich auf -1,27 Mrd. NOK aus, nach -258 Mio. NOK im Jahr zuvor.
Auftragseingang springt an – PEM zieht
Beim Neugeschäft sticht das vierte Quartal klar heraus. Der Auftragseingang lag bei 686 Mio. NOK – ein Plus von 364% gegenüber dem Vorjahresquartal (148 Mio. NOK). Nel spricht vom zweitbesten Quartal der Unternehmensgeschichte.
Der Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 1.319 Mio. NOK. Das entspricht einem Anstieg von 34% gegenüber Q3 2025. Die Liquidität bezifferte Nel auf rund 1,6 Mrd. NOK.
Treiber war die PEM-Sparte. Sie machte 93% der neuen Aufträge aus. Zu den größeren Abschlüssen zählen Verträge für die Wasserstoffprojekte HyFuel und Kaupanes, entwickelt von Hydrogen Solutions AS (HYDS). Zusammen umfassen sie 40 Megawatt und liegen laut Nel wertmäßig bei über 50 Mio. US-Dollar.
Aus der Schweiz kam zudem ein Auftrag von H2 Energy für eine MC500. Es ist die dritte MC-Einheit, die der Kunde bestellt hat.
Sparten: R&D belastet PEM, Alkaline dreht bei EBITDA, kippt im Jahr
Im PEM-Bereich blieb der Quartalsumsatz mit 153 Mio. NOK im Jahresvergleich stabil. Der EBITDA-Verlust vertiefte sich jedoch auf -35 Mio. NOK (nach -22 Mio. NOK). Als Grund nennt Nel vor allem höhere F&E-Ausgaben, die sich nahezu verdoppelten und 60 Mio. NOK erreichten. Im Gesamtjahr verringerte sich der EBITDA-Verlust der Sparte auf -138 Mio. NOK (2024: -165 Mio. NOK). Der PEM-Bereich hat zudem den größten Auftragsbestand: 878 Mio. NOK.
Bei alkalischen Elektrolyseuren sank der Quartalsumsatz um 33% auf 177 Mio. NOK. Gleichzeitig verbesserte sich das Segment-EBITDA auf 36 Mio. NOK (Vorjahr: 19 Mio. NOK), gestützt durch abgeschlossene Projektlieferungen und realisierte Kompensationsansprüche. Im Gesamtjahr drehte das Segment jedoch ins Minus: -16 Mio. NOK EBITDA, nach +127 Mio. NOK 2024.
Nel nennt für den Umsatzrückgang im vierten Quartal insbesondere Probleme im Alkaline-Segment, darunter stornierte Verträge und eine Kundeninsolvenz. Zudem liegt der Lagerbestand wegen Projektstornierungen und Insolvenzen hoch und wurde nicht in Cash umgewandelt.
Herøya-Ausbau: EU-Förderung für neue Alkaline-Plattform
Strategisch wichtig bleibt die Erweiterung der Produktion in Herøya. Der Vorstand genehmigte die finale Investitionsentscheidung am 12. Dezember 2025. Damit startet die Industrialisierung der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform, an der Nel seit 2018 arbeitet. Laut Unternehmen hat die Technologie Tests mit Prototypen im Vollmaßstab abgeschlossen.
Das Projekt soll mit bis zu 135 Mio. Euro aus dem EU Innovation Fund unterstützt werden. Das entspricht rund 60% der förderfähigen Kosten. Für die erste Ausbaustufe (1 GW) rechnet Nel mit Investitionen von etwa 300 Mio. NOK vor Förderung, verteilt auf 2026 und 2027. Der Marktstart ist für das erste Halbjahr 2026 geplant, größere Auslieferungen ab 2027.
Als Gegenwind verweist Nel auf Hinweise europäischer Regulierer aus Dezember 2025: Hohe Produktionskosten und langsamer Infrastrukturausbau bremsen demnach weiter das Wachstum im Wasserstoffsektor. Die neue Alkaline-Plattform zielt laut Nel genau auf diese Punkte – niedrigere Systemkosten und bessere Energieeffizienz.
Am 22. April folgen die Zahlen für Q1 2026, am 15. Juli der Halbjahresbericht. Dann wird sich konkret zeigen, ob der starke Auftragseingang schneller in Umsatz umschlägt und wie stark die operative Entwicklung nach den hohen Wertberichtigungen tatsächlich trägt.
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