Nel ASA Aktie: Umsatz sinkt 11,79%, CEO-Vakuum bleibt
Nel ASA kämpft mit schwachen Quartalszahlen und fehlender CEO-Besetzung. Die Aktie zeigt sich weiterhin unter Druck.

- Aktie fällt auf 0,1944 Euro zurück
- Quartalsverlust weitet sich aus
- Umsatz aus Kundenverträgen sinkt
- CEO-Suche bleibt bislang erfolglos
Nel ASA sucht einen neuen Chef. Gleichzeitig sucht die Aktie nach einem Boden. Beide Suchen ziehen sich hin, und Anleger merken das an der Kursentwicklung.
Am Mittwoch zeigte die Aktie kurzzeitig Stärke. Auf Tradegate kletterte sie am Vormittag bis auf 0,198 Euro. Am Nachmittag war davon nichts mehr übrig: Der Kurs fiel auf 0,1944 Euro zurück, ein Minus von 0,10 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,47 Prozent zu Buche.
Der RSI-Wert von 36,1 signalisiert: Die Aktie nähert sich der überverkauften Zone, hat sie aber noch nicht erreicht. Genau das erklärt das Muster der vergangenen Tage. Käufer testen tiefere Kursniveaus, ohne dass sich daraus eine echte Trendwende ergibt.
Schwache Quartalszahlen als Belastung
Der Kursdruck kommt nicht von ungefähr. Nel ASA veröffentlichte am 15. Juli seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 – und die fielen schwach aus.
Der Verlust je Aktie weitete sich auf 0,10 norwegische Kronen aus, nach 0,07 Kronen im Vorjahresquartal. Der Umsatz aus Kundenverträgen brach um 11,79 Prozent auf 153,41 Millionen Kronen ein. Ein Lichtblick bleibt der Auftragsbestand: Er lag zum Quartalsende bei rund 1,2 Milliarden Kronen und damit stabil.
Anleger müssen diese operativen Probleme nun gegen die Zukunftschancen abwägen. Nel hat kürzlich eine neue Plattform für Druck-Alkali-Elektrolyse auf den Markt gebracht. Am Standort Herøya in Norwegen läuft parallel der Ausbau der Industrialisierung.
Der Chefsessel bleibt leer
Zur operativen Schwäche kommt ein zweites Problem: Nel hat aktuell keinen langfristig gesicherten CEO. Håkon Volldal kündigte Mitte Juni seinen Rückzug an. Er wechselt zum Verpackungskonzern Elopak.
Volldal führt das Unternehmen noch während seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist. Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Arvid Moss hat die Suche nach einem Nachfolger offiziell gestartet. Bis Ende Juli gab es aber noch keine Ernennung.
Diese Konstellation nährt Unsicherheit. Große strategische Entscheidungen lassen sich mit einem scheidenden Chef nur schwer treffen. Genau das dürfte die Zurückhaltung vieler Investoren erklären.
Der nächste wichtige Termin für Nel ASA ist der 21. Oktober. Dann legt das Unternehmen seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 vor. Bis dahin dürfte der Kurs stark von der Frage abhängen, ob der Verwaltungsrat einen neuen CEO präsentiert – und ob die Wasserstoffbranche insgesamt aus ihrer Kostenfalle herausfindet.
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