Nel ASA Aktie: Volldal wird CEO bei Elopak
Nel-Aktie bleibt unter Druck, während der Auftragseingang um 224 Prozent steigt. Der neue CEO startet Anfang 2027, die Strategie bleibt unverändert.

- Volldal wechselt zu Elopak
- Auftragseingang steigt um 224 Prozent
- Umsatzrückgang im zweiten Quartal
- Kassenbestand von 1,33 Milliarden Kronen
Nel ASA steckt mitten im Führungswechsel. Gleichzeitig kämpft die Aktie mit einem Kurs, der klar unter den langfristigen Durchschnitten liegt. Für den norwegischen Wasserstoff-Spezialisten prallen zwei Geschichten aufeinander: schwache Kurscharts und ein Auftragsbuch, das kräftig wächst.
Die Aktie schloss die Woche bei 0,1954 Euro, ein Minus von 3,5 Prozent. Damit liegt der Kurs 8,7 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,2141 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Mai bei 0,3655 Euro trennen die Aktie mittlerweile 47 Prozent.
Nachfolge-Frage bekommt ein Datum
Mitte August wurde klar, wohin Nel-Chef Håkon Volldal wechselt. Der Verpackungshersteller Elopak gab offiziell bekannt, dass Volldal dort neuer CEO wird. Spätestens zum 1. Januar 2027 tritt er die neue Position an.
Volldal hatte seinen Rückzug von Nel bereits im Juni angekündigt und befindet sich aktuell in seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist. Der Verwaltungsratsvorsitzende Arvid Moss hatte zuvor betont, dass sich an der langfristigen Strategie nichts ändert. Die Fertigungs- und Technologieziele des Unternehmens bleiben demnach während der Übergangszeit unverändert.
Schwächere Umsätze, aber deutlich mehr Bestellungen
Operativ treibt Nel seine neue Elektrolyseur-Plattform PA-Series voran. Das System soll Wasserstoffprojekte im großen Maßstab günstiger und effizienter machen. Am Standort Herøya in Norwegen will Nel bis Ende 2026 eine Jahreskapazität von 500 Megawatt erreichen, 2027 soll weiter ausgebaut werden.
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen allerdings Bremsspuren. Die Vertragsumsätze mit Kunden fielen im zweiten Quartal auf 153 Millionen norwegische Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich stand ein EBITDA-Verlust von 155 Millionen Kronen, belastet auch durch eine Vergleichszahlung von 70 Millionen Kronen an Iwatani Corporation of America.
Der Auftragseingang erzählt eine andere Geschichte. Er sprang im zweiten Quartal um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen. Das Auftragsbuch wuchs dadurch auf 1,21 Milliarden Kronen zum Quartalsende.
Nel verfügt zudem über eine Kassenposition von 1,33 Milliarden Kronen und ist praktisch schuldenfrei. Diese Liquidität gibt dem Unternehmen Spielraum, die laufenden Projekte umzusetzen, während der Vorstandswechsel läuft.
Die nächste Standortbestimmung folgt im Oktober 2026 mit den Zahlen zum dritten Quartal. Dann zeigt sich, ob sich der Sprung im Auftragseingang in den Umsatzzahlen niederschlägt.
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