Nemetschek Aktie: 39-Prozent-Minus trotz 17% Wachstum
Nemetschek verzeichnet zweistelliges Umsatzplus, die Aktie fällt jedoch auf ein Jahrestief. Die Umstellung auf Abos belastet kurzfristig den Kurs.

- Umsatz steigt um 17 Prozent
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- Abonnement-Umstellung belastet Kursentwicklung
- Jahresprognose trotz Kursverlust bestätigt
Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei Nemetschek klaffen operative Realität und Börsenstimmung extrem weit auseinander. Der Bausoftware-Spezialist wächst zweistellig und bestätigt seine Jahresziele. Die Aktie markierte am Donnerstag dennoch ein neues 52-Wochen-Tief bei 53,40 Euro.
Zwar erholte sich der Kurs im Tagesverlauf leicht auf 54,95 Euro. Das ändert aber wenig am übergeordneten Abwärtstrend. Seit Jahresanfang hat das Papier rund 39 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum Hoch aus dem Vorjahr beträgt mittlerweile stolze 60 Prozent.
Operatives Geschäft brummt
Fundamental steht der Konzern hervorragend da. Im ersten Quartal stieg der währungsbereinigte Umsatz um 17 Prozent auf 313,1 Millionen Euro. Besonders das wichtige Geschäft mit Software-Abos wuchs rasant. Hier kletterten die Erlöse um mehr als 35 Prozent.
Auch die Profitabilität stimmt. Die operative Marge verbesserte sich auf 31,4 Prozent. Das Management hält folglich an seiner Prognose fest. Für das Gesamtjahr erwartet Nemetschek ein Umsatzwachstum von bis zu 15 Prozent.
Der Preis des Umbaus
Der Grund für den Kursverfall liegt im Geschäftsmodell. Nemetschek stellt seinen Vertrieb massiv auf Abonnements um. Das erhöht langfristig die Planbarkeit der Einnahmen. Kurzfristig drückt diese Umstellung jedoch auf das ausgewiesene Wachstum im wichtigen Design-Segment.
Die Folge: ein harter Bewertungsabschlag. Investoren preisen die temporären Übergangseffekte aktuell extrem negativ ein. Wiederkehrende Erlöse stützen zwar die langfristige Investmentstory. Die aktuelle Börsenstimmung ignoriert diese Perspektive völlig.
Am 30. Juli präsentiert das Management in München die Halbjahreszahlen. Dieser Termin wird zum entscheidenden Datenpunkt. Der Konzern muss beweisen, dass die Wachstumsdynamik bei den Abonnements anhält. Nur anhaltende operative Stärke kann den massiven Bewertungsdruck lindern.
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