Nemetschek Aktie: HCSS-Zukauf kratzt an der Marge

Im dritten Quartal wuchs Nemetschek deutlich; Übernahmeeffekte drückten die Marge, während der Vorstand die Konzernziele für 2026 beibehielt.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 26,6 Prozent inklusive HCSS
  • Organisches Wachstum erreichte 13,7 Prozent
  • Build legte um 56,6 Prozent zu
  • Manage- und Media-Ziele wurden gesenkt

Die Zahlen sind stark, die Marge zeigt trotzdem Kratzer. Nemetschek hat im dritten Quartal kräftig zugelegt, die Übernahme von HCSS verzerrt aber das Bild. Die Jahresziele hält der Vorstand unverändert aufrecht.

Wachstum mit Bremsspuren

Der Umsatz stieg einschließlich HCSS um 26,6 Prozent auf 371,1 Millionen Euro. Ohne den Zukauf lag das organische Plus bei 13,7 Prozent. Die jährlich wiederkehrenden Erlöse (ARR) kletterten um 35,8 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, das Geschäft mit Subskription und SaaS legte um 52,4 Prozent zu.

Das EBITDA erhöhte sich um 21,8 Prozent auf 115,9 Millionen Euro. Die ausgewiesene Marge betrug 31,2 Prozent, organisch waren es 34,8 Prozent. Der Abstand erklärt sich vor allem durch einen bilanziellen Effekt: Die Kaufpreisallokation kappte den HCSS-Umsatz um rund 15 Millionen Euro. Hinzu kommen einmalige Übernahmekosten im mittleren einstelligen Millionenbereich.

Beim Gewinn zeigt sich der Effekt deutlicher. Das Ergebnis je Aktie sank auf 0,40 Euro, nach 0,48 Euro im Vorjahresquartal. Bereinigt um die Übernahmeeffekte stieg es dagegen um 20 Prozent auf 0,66 Euro.

Build trägt, Media und Manage schwächeln

Das Segment Build wuchs um 56,6 Prozent auf 190,8 Millionen Euro. Organisch waren es 25,6 Prozent, getragen von der internationalen Expansion und der KI-Suite Bluebeam Max. Design legte um 7,2 Prozent zu.

Schwächer läuft es bei den kleineren Sparten. Manage wuchs nur um 4,0 Prozent, der deutsche Immobilienmarkt bleibt schwierig. Media verlor 2,7 Prozent und blieb unter den Erwartungen, Kunden halten wegen knapper Budgets und längerer Entscheidungsprozesse still.

Der Vorstand senkt deshalb die Segmentziele: Manage soll nur noch im mittleren einstelligen Bereich wachsen, Media auf Vorjahresniveau landen. Auf die Konzernprognose wirkt sich das laut Unternehmen nicht aus.

Prognose steht, Effekte folgen

Für 2026 bleibt es beim organischen, währungsbereinigten Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent und einer EBITDA-Marge von 32 bis 33 Prozent. HCSS soll rund 600 Basispunkte zusätzliches Umsatzwachstum beisteuern. Die Marge verwässert der Zukauf um etwa 150 Basispunkte.

Im zweiten Halbjahr dürfte der Allokationseffekt den HCSS-Umsatz um einen Betrag im mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbereich mindern, mit entsprechendem Effekt auf das EBITDA. Der Großteil davon fällt in die ersten sechs Monate nach der Konsolidierung. Die Aktie notierte zum Zeitpunkt der Meldung bei rund 75 Euro nahezu unverändert, während der MDAX fast zwei Prozent im Plus lag.

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